Jährliches Archiv: 2021

Im Reich der Schwerkraft

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Was sagst Du den Leuten eigentlich als erstes, bevor sie mit Dir unterwegs sein werden? Worauf legst Du am meisten wert? Das wurde ich unlängst in Vorbereitung auf eine “Bergsteigersprechstunde” gefragt, die meine Alpenvereinssektion mit mir als Gast am kommenden Dienstag zum ersten Mal als Online-Meeting auflegen wird. Ich freue mich darauf, weil ich von meinen vielen Vorträgen auf Firmenveranstaltungen weiß, wie anregend und auch lehrreich die Beschäftigung mit den bisweilen bohrenden Fragen und Meinungen der Zuhörer sein kann. 

ÜBER-Lebenselixier

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Ich kann die Wirklichkeit, die uns umgibt, nicht ändern. Nicht den Klimawandel, keine Pandemie, nicht die Dummheit der Menschen und ihre grassierende Empörungskultur, welche noch schlimmer um sich greift, als die Seuche. Was ich aber beeinflussen kann, ist meine Lebenswirklichkeit und auch mich selbst kann ich ändern. Und das geht nirgends besser als beim Klettern. Jedenfalls gilt das für mich.

Maurice Wilson 4, Sein Ende

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Am frühen Morgen des 29. Mai 1934 wollte Rinzing nach Wilson sehen. Doch der war schon seit Stunden unterwegs. Bei Tagesanbruch konnte er einen kleinen Punkt erkennen, der sich in etwa 6700 m Höhe langsam aber stetig den steilen Hang in Richtung Nordsattel hinauf kämpfte. Das war der letzte Tag, an dem er lebend gesehen wurde.

Maurice Wilson 3, Aufstieg in den Tod

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Seine fast schon kindliche Sorglosigkeit dem Berg gegenüber verblüfft mich am meisten. Was dachte sich Wilson dabei? Er, der noch niemals einen Berg bestiegen hatte, der aber sehr wohl die Expeditionsberichte von Bruce, Norton und Ruttledge kannte, der die Tagebücher Mallorys gelesen hatte, wollte vom Rongpu-Kloster aus allein in sechs Tagen den Gipfel des Everest erreichen? Wenn er wenigstens völlig ahnungslos gewesen wäre. Doch er wusste von den mörderischen Problemen seiner Vorgänger.

Maurice Wilson 2, Weg zum Everest

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Wilson ärgerte sich zwar über die Knüppel, welche ihm das Luftfahrtministerium zwischen die Beine warf. Aber unsicher oder nachdenklich, was seine Pläne anbelangte, war er keineswegs. Egal welche Probleme auftauchten, er würde sie überwinden.

Maurice Wilson 1, Sein Antrieb

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War er verrückt oder seiner Zeit um Jahrzehnte voraus? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Als ich mich näher mit seiner Geschichte beschäftigte, war ich in dieser Hinsicht tatsächlich hin- und hergerissen. Denn eines steht fest. Für einen komplett verrückten ist er weit gekommen.

Entscheidungsfallen, Teil 3

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In einem Artikel der beiden Autoren Anne van Galen und John van Giels, welche hauptberuflich Berater für Resilienz- und Risikomanagment für verschiedene Industriezweige und auch für Bergführer sind, geben sie uns Empfehlungen an die Hand, wie wir unsere Entscheidungsfindung gerade unter Duck verbessern könnten. (Resilienz ist ein Persönlichkeitsmerkmal, welches zum Tragen kommt, wenn Leute auf Änderungen in ihrer Umgebung mit der Anpassung ihres Verhaltens reagieren müssen. Zum Beispiel auf Verletzungen, Krankheiten, plötzliche Armut oder wie bei uns Bergsteigern auf Veränderungen der äußeren Bedingungen.)

Entscheidungsfallen, Teil 2

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Jeder von uns, der sehr viel in seinen geliebten Bergen unterwegs ist, investiert oft eine Menge Zeit mit dem Training, mit seiner Ausrüstung, mit der Planung seiner nächsten Bergtour. Er surft tagelang auf Bergsportseiten im Internet, guckt Dutzende von Red Bull produzierte Kletterfilmchen, studiert stundenlang Führerliteratur, schaut sich Tutorials bei YouTube an oder liest manchmal sogar die einschlägigen Fachzeitschriften.

Entscheidungsfallen, Teil 1

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Es ist eines der Tabu-Themen bei uns, die wir entweder aus Spaß an der Freude oder auch beruflich auf alle möglichen Arten gegen die Schwerkraft ankämpfen: Beim Klettern an großen alpinen Wänden oder an gefrorenen Wasserfällen, an gewaltigen Eisriesen im Himalaya oder beim Hochtourengehen in den Alpen.

Neue Termine für Hidden Peak-Vortrag

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“Wer schreibt, der bleibt”. Dieses alte Sprichwort trifft momentan andersherum besser den Kern der Sache hier an meinem Schreibtisch. Denn eigentlich wäre ich seit Sonntag in den tief verschneiten Hohen Tauern unterwegs und würde gefrorene Wasserfälle hinauf klettern. Statt dessen muss ich aus bekannten Gründen zu Hause bleiben und schreiben, also aus der Not eine Tugend machen, denn es gibt Neuigkeiten: Die wichtigste zuerst: Wir planen einen zweiten Anlauf für die Premiere der neuen Multivisionsschau über die erfolgreiche Hidden Peak Expedition in Pakistan, die ich ja coronabedingt im vergangenen Oktober absagen musste.

Liegestütz beim Liebesakt

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Nicht weniger als der “beste Bergsteiger der Welt” wollte Cesare Maestri nach seinen eigenen Worten sein: “Selbst beim Liebesakt machte ich noch Liegestütze, um meine Muskeln zu trainieren”. Nun ist er in dieser Woche im Alter von 91 Jahren gestorben. Seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, war sicher schwierig zu seiner Zeit. Zu groß war damals die Konkurrenz solcher Alpintitanen wie Walter Bonatti, Carlo Mauri, Lionel Terray, Ricardo Cassin und wie sie alle hießen. Was Maestri aber auf jeden Fall geschafft hat, war, einer der schillerndsten und umstrittensten Alpinisten der Welt zu werden. Und das lag an seiner Obsession für den Cerro...

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