Aus der Not, Teil 2
Besonders ein Gefühl werde ich einfach nicht los. Und ich weiß schon, wie sich das für vernunftbegabte Menschen anhören muss. Häufiger Sauerstoffmangel in großen Höhen wirkt sich eben irgendwann aus 🙂
Besonders ein Gefühl werde ich einfach nicht los. Und ich weiß schon, wie sich das für vernunftbegabte Menschen anhören muss. Häufiger Sauerstoffmangel in großen Höhen wirkt sich eben irgendwann aus 🙂
Gerät jemand in Not und macht daraus eine Tugend, so nimmt dieser Jemand einen widrigen, äußeren Umstand an, wehrt sich tapfer und macht das Beste daraus.
Drei Blogbeiträge in einer Woche! So geht das leider nicht weiter. Vielleicht ist es angebracht, mal ein paar Dinge zu unseren Kommunikationsmöglichkeiten zu sagen.
Dieser Tag war heute. Wir wussten natürlich um das schlechte Wetter, was da auf uns zu kam. Deshalb waren wir ja so überaus froh, dass sowohl wir als auch unser Gepäck den Sprung von Kathmandu nach Lukla geschafft haben.
Wenn der Start unserer großen Reise ein Omen ist, dann kann jetzt gar nichts mehr schiefgehen. Aber verlassen werden wir uns natürlich nicht auf unser Glück. Doch bis hierher hatten wir tatsächlich reichlich davon.
Er ist eine der bekanntesten Romanfiguren der Weltliteratur. Er ist das Sinnbild einer von uns Menschen unbezwingbaren Natur, er ist Moby Dick, der Weiße Wal. Die Farbe „Weiß“ steht bei ihm für Schönheit, Unschuld, Ehre, Güte und Gerechtigkeit. Ich lese gerade dieses gewaltige Buch von Herman Melville, welches nach Rudolf Sühnel nicht weniger als die „Summe menschlicher Erfahrung von Jahrtausenden“ umfasst.
Der 27. August 2017 war ein besonders schwarzer Tag in den Alpen. Am 3263 Meter hohen Gabler im Zillertal geriet eine sechsköpfige bayerische Seilschaft durch den Sturz eines Bergsteigers ins Rutschen und stürzte 200 Meter in die Tiefe. Keiner überlebte diese Tragödie. Und in Italien stürzte am gleichen Tag eine Seilschaft mit neun Bergsteigern auf einem Gletscher an der 3556 Meter hohen Presanella ab, zwei Menschen kamen um.
Ich kann die Wirklichkeit, die uns umgibt, nicht ändern. Nicht den Klimawandel, nicht die Dummheit mancher Menschen und ihre grassierende Empörungskultur, die so gar nicht zu unseren komfortablen Lebensumständen passt. Ich kann nichts tun gegen deprimierende Kriegsrhetorik oder durchgeknallte Präsidenten. Was ich aber beeinflussen kann, ist meine Lebenswirklichkeit und auch mich selbst kann ich ändern. Und das geht nirgends besser als beim Klettern. Jedenfalls gilt das für mich.
Es gibt in den großen Gebirgen auf unserem Planeten eine schier unendliche Menge an Wundern. Die Palette reicht vom Mount Everest bis zu einer millionstel Gramm leichten Schneeflocke, die auf unserer Handfläche schmilzt. Doch das, was die Leute vor allem fasziniert, sind die Riesenberge, besonders die Achttausender, allen voran der höchste Berg der Erde, die Chomolungma, wie sie die Tibeter nennen, die Göttin Mutter der Erde.
Dieses berühmte Wort des Apostels Paulus aus dem Brief an die Galater ermahnt zu Brüderlichkeit und Solidarität und ist heute so aktuell wie vor 2000 Jahren. Ich muss zwangsläufig an dieses Paulus-Wort denken, wenn ich in Nepal bin. Hier ist es alles andere als eine mahnende Metapher. Hier ist es bittere Realität.
Inzwischen sind wir gut in Kathmandu gelandet. Unser Rückflug von Lukla in Nepals Hauptstadt ging abermals völlig reibungslos über die Bühne. Das gute Wetter blieb uns weiterhin treu, wir hatten den günstigen ersten Flug gebucht und schon kurz nach 8.00 Uhr checkten wir in unserem Hotel am Chetraphati ein. Doch nun halte ich die Klappe und übergebe Grit die Tastatur…
Das Imja-Tal ist mein Lieblingsort im Khumbu. Und warum das so ist, habe ich heute morgen (10.03.) wieder sehr eindrucksvoll gespürt. Die Erhabenheit und schiere Größe der gewaltigen Südwände von Nuptse, Lhotse, Lhotse Shar, Peak 38 und Shartse hauen mich immer wieder um.
Das ging schnell. Und einfach. Fünf von uns hatten keine Schwierigkeiten, sich für das Untenherumgehen zu entscheiden. Sieben wollten gerne über den 5420 m hohen Cho La Pass. Also haben wir uns geteilt.
Wenn ich so den ganzen Tag vorneweg laufe, dann suchen die Augen den Weg, die Beine gehen ihn, aber in mein Bewußtsein dringt dieser Vorgang nicht. Ich bin frei, in Ruhe nachzudenken. Über eine verlorene Liebe oder falsche Entscheidungen. Über die Zukunft, über das am letzten Abend Gelesene oder aber darüber, was ich momentan tue. Ob ich es gut und richtig mache. Was die Leute von mir denken. Und was überhaupt die Aufgaben desjenigen sind, der hier vorneweggeht.
Schon seit meiner allerersten Reise hierher in die Khumburegion des Himalayas im Jahr 1994 besuche ich das Nonnenkloster in Thamo. Ich war damals sehr zeitig auf dem Weg nach Thame, um weiter nach Lungden zu laufen.
Die Luft wird dünner. Wir sind ständig außer Atem. Aber wir haben es nicht anders gewollt. Daran können wir derzeit nichts ändern, es sei denn wir kehren um. Aber das will hier niemand. Woran wir aber sehr wohl etwas ändern können, ist unsere Anpassung an den sich ständig vermindernden Sauerstoffpartialdruck. Doch das ist Arbeit. Nicht unbedingt für uns, wohl aber für unsere Körper. Ein seltsamer Widerspruch? Nein.
Es war schon ganz von Anfang an entspannt. Ich musste nämlich nicht selber zum Flughafen fahren. Das haben zwei meiner Gäste übernommen. Alle waren pünktlich da. Die Schlange am Check In hielt sich in Grenzen. Und ganz erstaunlich für unseren schönen neuen Hauptstadtflughafen fand ich die Geschwindigkeit, mit der wir die Handgepäckkontrolle absolvieren konnten. Das geht leider auch ganz anders.
Die erste Frage, die sich mir gestellt hat: Wieso ist dieser Pinguin gerade jetzt ein virales Internetphänomen geworden, ein YouTube-Star aus heiterem Himmel? Warum machen sich die Leute so viele Gedanken über diesen scheinbar todessehnsüchtigen Pinguin? Ich finde den momentanen Hype um einen Pinguin spannend. Aber worum geht es eigentlich? Und vor allem, was hat das mit mir zu tun?
Meine Annäherung an den kühnsten Alpinisten, von dem ich je gehört habe, begann ziemlich widerwillig. Ein guter Freund fragte mich, ob ich den Film „Der Alpinist“ schon einmal gesehen hätte. Nein, hatte ich nicht. Mich wunderte, dass er mich überhaupt fragte. Ich schaue mir diese Filme von alpinistischen Übermenschen einfach nicht an. Dieser Freund wusste das genau. Warum also fragte er mich das? Das wiederum fragte ich ihn. Weil mir DIESER Film gefallen und ich ganz bestimmt keine Zeit damit vergeuden würde, antwortete er.
Das Klettern boomt. Die Entwicklung in den letzten 30 Jahren ist diesbezüglich atemberaubend. Es wäre sicher lohnend, sich Gedanken darüber zu machen, warum das eigentlich so ist. Das erste, was mir dazu einfällt, ist die zunehmende Abwesenheit von greifbaren Zielen in unserem Alltag. Sie kommen uns abhanden, vor allem in unserem Berufsalltag. Zahlen und Termindruck bestimmen unser tägliches Arbeitsleben und immer weniger das sichtbare und mit Händen zu greifende Produkt schöpferischer Arbeit.
Der Kampf gegen die Schwerkraft ist bei Licht betrachtet ein seltsames Hobby von uns Menschen. Fast schon ein Phänomen. Und die Meinungen darüber sind sehr geteilt. Die einen sagen, Klettern sei völlig verrückt und kreuzgefährlich, die anderen sind dermaßen leidenschaftlich bei dieser Sache, dass es ohne nicht mehr geht.
Der erste Gedanke zum soeben vergangenen Jahr galt einer kurzen Begegnung mit Bernd Arnold. Ich traf ihn während einem meiner Vorstiegskurse am Fuße des Daxensteins im Bielatal. Ich teilte meinen beiden Klettergästen mit, dass sie gerade vor einer lebenden Legende des Sächsischen Kletterns stehen. 900 zum Teil extrem schwierige Erstbegehungen gehen hier auf sein Konto.
Als eingefleischter Elbsandsteinliebhaber bin ich gefährdet. Vorurteile drohen! Wenn ein Klettergebiet Sportkletterer magisch anzieht, dann, so mein Vorurteil, werde ich dort bestimmt nicht glücklich. Bestrickmützte Köpfe, nackte Oberkörper, testosterongeschwängerte Luft. Nichts für mich. Und deshalb wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, nach Leonidio zu reisen. Schließlich sollte dieser Ort ein Hotspot für Sportkletterer sein. Aber wie es eben so ist, manchmal hält das Leben Überraschungen bereit.
„Ein tolles Foto!“ Solche Kommentare auf meiner Facebookseite gehen natürlich runter wie Öl. Und tatsächlich höre ich sie erfreulicherweise gar nicht so selten. Sie sind meine Motivation, mir auch unter schwierigen Bedingungen Mühe zu geben, eine paar brauchbare Fotos zustande zu bringen. Doch oft ist das gar nicht so einfach, denn sobald mir die Authentizität viel wichtiger ist als das gute Bild, dann leidet die Qualität zwangsläufig.
Die Katastrophe für Witali Abalakow begann mit der Reise des Bruders von Lorenz Saladin und einer Journalistin nach Moskau. Die beiden trafen sich mit Überlebenden der Khan Tengri-Expedition, darunter Witali Abalakow und Georgi Charlampiew. Die Russen übergaben Petrus Saladin die Habseligkeiten seines toten Bruders. Die Schweizer schenkten dem fotobegeisterten Alpinisten Georgi Charlampiew die Leica-Kamera des toten Lorenz. Ein fatales Geschenk.
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