Wir sind dann mal weg
Drei Blogbeiträge in einer Woche! So geht das leider nicht weiter. Vielleicht ist es angebracht, mal ein paar Dinge zu unseren Kommunikationsmöglichkeiten zu sagen.

Die Köpfe rauchten so manches Mla in den letzten Tagen. Hier überlegen wir gerade, wie wir möglichst effektiv und risikoarm eine Akklimatisierungstour im Starkregen hinbekommen.
Wir haben diesmal kein Satellitentelefon dabei. Erstens und vor allem anderen, weil es sehr teuer ist, darüber zu kommunizieren. Zweitens kann es sehr quälerisch sein.
Abgeschirmt von hohen Bergen rings um uns, bricht die Verbindung öfter ab, und man muss von vorne anfangen. Und natürlich braucht man freie Sicht zum Firnament und dazu muss man raus in die Kälte.
Drittens kann man nur sehr wenige Bilder senden und dann auch nur in sehr geringer Auflösung. Und viertens gibt es hier ein brauchbares Telefonnetz. Das heißt, wir kommen hinsichtlich unserer Kommunikation auch ohne Satellitentelefon recht weit.
Vor allem am Pumo Ri habe ich die Hoffnung, dass wir via Mobile Daten kommunizieren können. Aber am Kajo Ri werden wir keine Möglichkeit haben, online zu sein. Bis etwa zum 6. oder 7. Oktober wird Funkstille herrschen, es sei denn, ich steige vom Basislager ins nächstliegende Dorf mit Handyabdeckung ab.

Der Yetiskalp wird jetzt ganz modern und vor allem seiner großen Bedeutung für die Sherpas entsprechend präsentiert. Und man kann nun auch sehr viel über den Yeti und den Skalp erfahren.
Aber das kann und will ich denn anderen natürlich nicht zumuten. Sie schleppen sich ab, ich sitze im Warmen und tippe Blogbeiträge in den Rechner. Das geht gar nicht.
Was wir aber können: Via Satellit senden wir automatisiert unseren momentanen Standpunkt alle 30 Minuten an eine Webseite, die Mapshare heißt. Hier kann man also auf einer Karte verfolgen, wo wir gerade sind, und wie es bei uns voran geht oder eben auch nicht:
Die Adresse lautet: https://share.garmin.com/Pumori2026
Diese Möglichkeit hat Max Jackisch für uns eingerichtet. Er wird auch ab und zu kleine Nachrichten zu den einzelnen Wegpunkten senden.
Bei uns wird es nun ab heute Ernst. Leider ist auch heute noch das Wetter nicht wirklich erfreulich. Aber wir wollen nur einen Tagesmarsch in Richtung Basislager des Kyajo Ri aufsteigen und für die nächsten 10 Tage ein letztes Mal in einer Lodge übernachten.
Auf dem Weg werden wir die obligatorische Puja bei meinen Nonnen in der Khari-Gompa (Kloster) in Thamo abhalten. Ich gehe grundsätzlich zu keinem Berg, ohne dieses Ritual. Da bin ich sehr abergläubisch und stehe auch dazu.
Morgen geht es dann hinauf in das 4500 m hoch gelegene Basislager. Das wird für uns, aber besonders für unsere Träger ein anstrengender Tag. Anschließend haben sie dafür aber 8 Tage voll bezahlten Urlaub.
Wir sind alle sehr gespannt, was wir für Verhältnisse vorfinden werden. Die Schneegrenze liegt momentan bei etwa 4300 m. Unser Basislager wird also schon im Schnee stehen. Und von dort ist der Weg noch sehr weit bis zum Bergfuß. Zwei Lager müssen eingerichtet werden. Es wird eisenharte Spurarbeit vonnöten sein.
Und wenn es da oben soviel geschneit hat, wie hier unten Wasser runtergekommen ist, dann wird das wohl eine ganz neue Erfahrung für die meisten von uns werden.
Was wir auf gar keinen Fall wollen, ist dort oben in einer Lawine zu sterben. Wir wollen also der Vernunft und der Vorsicht huldigen und nicht unserem Ehrgeiz und unserem Stolz. Denn der Kyajo Ri ist zwar eine schöner Berg. Aber unser eigentliches Ziel ist der Pumo Ri.

Besuch bei Lakpa, meiner tibetischen Freundin. Ich kenne sie, ihren Mann und ihre vier Kinder seit über drei Jahrzehnten. Ganz links Rinchen Norbu, ihr jüngerer Sohn. Lakpa hat noch einen Sohn und zwei Töchter. Alle sechs leben zum Teil bis heute von einem kleinen Souvenirladen in Namche Bazar.




