Khumbu

Es ist der Ort schlechthin in Nepal, vielleicht im gesamten Himalaya: Das Kloster in Tengboche. Die Mönche dort oben sind sich einig, daß dies der schönste Ort der Welt sei.

“Hundert göttliche Zeitalter reichen nicht aus, um alle Wunder des Himalaya zu beschreiben” Sanskrit-Sprichwort

Wer das Besondere erfahren will, der muß auch etwas besonderes tun. Er muß zu ungewöhnlichen Zeiten wach sein, muß aufbrechen zu ungewöhnlichen Orten, auf ungewöhnlichen Wegen. Es gibt viele besondere Orte auf dieser Welt. Zu den außerordentlichsten zähle ich die Khumbu-Region des Himalaya.

Es ist der Ort schlechthin in Nepal, vielleicht im gesamten Himalaya: Das Kloster in Tengboche. Die Mönche dort oben sind sich einig, daß dies der schönste Ort der Welt sei.
Es ist der Ort schlechthin in Nepal, vielleicht im gesamten Himalaya: Das Kloster in Tengboche. Die Mönche dort oben sind sich einig, daß dies der schönste Ort der Welt ist.

Diese Himalaya-Region liegt im Nordosten Nepals und ist die Heimat des Schnees, der Berge und der Sherpas. Noch vor wenigen Jahrzehnten mußte der Reisende den gesamten Weg von Kathmandu aus hierher zu Fuß zurücklegen und dafür mindestens drei bis vier Wochen einplanen. Heute gibt es nur zwei Tagesmärsche entfernt von Namche Basar, dem Hauptort dieser Gegend, einen Flugplatz. Er befindet sich in Lukla und ist der Ausgangspunkt für die meisten Besucher. Hier beginnt der weltberühmte Everesttrek, der direkt in das Basislager des höchsten Berges der Welt führt.

Dieser Trek wird unter dem Menüpunkt Everesttrek beschrieben. Jedoch führt dieser Weg nur in eines der insgesamt vier großen Khumbu-Täler. Auch die drei anderen können besucht werden und halten nicht weniger aufregende Ziele für den Besucher bereit.

gipfel_gokyo

Meine Gäste am Ziel ihrer Wünsche: Everest, Lhotse, Nuptse, Makalu (rechts) und Cholatse und Taboche (links) vom Gipfel des Gokyo-Peaks aus gesehen. Nirgendwo sonst auf der Welt kann der Bergwanderer so ein Panorama bewundern.

Für mich das wildeste und spektakulärste Tal, ist das Gokyo-Tal. An seinem Ende ragt die gewaltige Südwestwand des sechsthöchsten Berges der Welt, des Cho Oyu, auf. Zwei Fünftausender können auf dem Weg zur Gokyo-Alm bestiegen werden: Der Phangka Ri und der Gokyo Ri. Von beiden Gipfeln hat der Bergsteiger einen auf dieser Welt einmaligen Blick auf gleich vier Achttausender. Nirgendwo sonst kann ein Trekkingtourist solch einen Bergblick erleben. Vor ihm erhebt sich in nördlicher Richtung nur wenige Kilometer entfernt der Cho Oyu (8201 m), in nordwestlicher Richtung der Mount Everest (8850m) und der Lhotse (8516 m) sowie in westlicher Richtung der Makalu (8485 m).

Das östlichste Tal des Khumbu führt zum Island Peak und der kleinen Siedlung Chukhung. Hier müssen wir bis ganz an das Talende gehen, wenn wir uns die Besteigung des 6189 m hohen Island Peak vorgenommen haben. Doch auch wenn dieser Sechstausender nicht unser Ziel ist, sollten wir hierher kommen, denn der Chukhung Ri steht in diesem Tal. Wer ihn bestiegen hat, befindet sich direkt vor der gewaltigsten Felswand, welche die Gebirge dieser Welt zu bieten haben, der dreieinhalb Kilometer hohen Lhotse-Südwand. Außerdem warten in diesem Tal Baruntse, Cho Polu, Shartse, Peak 38 und noch viele andere berühmte Khumbu-Gipfel auf ihre Betrachter.

Der im Chukhungtal alles überragende Lhotse in einem Licht, für das ich 15 Jahre herkommen mußte, um das einmal so zu sehen.

Der im Chukhungtal alles überragende Lhotse in einem Licht, für das ich einige Male herkommen musste, um das einmal so zu sehen.

Das vierte Tal schließt die Khumbu-Region in westlicher Richtung ab. Wir werden seinen unteren Teil in jedem Fall besuchen, wenn wir auf unserer Akklimatisationstour zum Kloster in Thame wandern. Dieses Tal wird übrigens von dem berühmten Paß “Nangpa” begrenzt, über den schon seit Jahrhunderten tibetische Händler den Himalaya überqueren. Das tun sie auch heute noch, wovon sich der Besucher jeden Samstag auf dem tibetischen Basar in Namche überzeugen kann.

Zwischen diesen vier Tälern gibt es drei Pässe, die überschritten werden können. Wer sich die Überschreitung aller dieser Übergänge vornimmt, geht den sicher schönsten und lohnensten aber auch anstrengendsten Weg in der Khumbu-Region. Doch auch einer von den drei Pässen stellt schon ein anspruchsvolles Ziel dar. Am wenigsten von den Verhältnissen abhängig ist der Übergang über den “Kongma La”. Von ihm aus besteht auch die Möglichkeit auf eine weitere Gipfelbesteigung, und zwar auf den 5806 m hohen Pokalde. Er ist ein wunderschöner freistehender Felsgipfel von dessen höchstem Punkt ein sagenhafter Blick über das ganze Khumbu möglich ist.