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Der verfluchte Berg

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Als Montagne Maudite, also verfluchter Berg, wurde der Mont Blanc 1606 bezeichnet, als er das erste Mal auf einer Landkarte auftauchte. Schon 1741 begannen Erkundungen durch den Briten Richard Pococke. Doch ernsthafte Gipfelversuche wagte keiner. Erst nachdem eine Belohnung für eine Besteigung ausgesetzt war, gab es ab 1760 zaghafte Besteigungsversuche. Wir können uns den Mut dieser frühen Alpinisten heute nicht mal ansatzweise vorstellen.

Nicht in ihrer Haut

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Stellen Sie sich vor, man sagt Ihnen plötzlich, es ginge um Leben und Tod von Tausenden und Sie müssten jetzt schnell Entscheidungen treffen. Nur leider wüssten Sie gar nicht, was eigentlich los ist, denn von Virologie, Epidemiologie oder gar Mathematik haben sie gar keine Ahnung. Also holen Sie sich den Rat von Experten, möglichst den Besten ihres Faches.

Aufgeschmissen

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Neulich stand ich wie schon hunderte Male mit einem Kletterführer in der Hand vor einem Felsen. 60 m hoch das Teil. Ich war da noch nie. Ohne Kletterführer einzusteigen, wäre ein echtes Abenteuer geworden, zumal die übergroße Mehrzahl der Aufstiege selbst abzusichern war. Also wo verlaufen hier die Routen? Welche Schwierigkeiten sind in welcher Route zu erwarten? Wie gut sind die Wege hier an dieser Wand mit mobilen Sicherungsmitteln absicherbar? Welche Route ist überhaupt lohnend, und wie komme ich von diesem Felsen wieder runter?

Holzberg – Eskalation

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Es ist schwer, Naturräume zu finden, wo Mensch und Natur im Einklang miteinander sind. Doch wir Kletterer konnten bis gestern sogar ein ganz besonders beeindruckendes Beispiel dafür vorzeigen. Im Holzberg bei Böhlitz ist in den vergangenen 15 Jahren ein kleines Naturparadies mit einer verblüffenden Artenvielfalt entstanden. Und das obwohl Kletterer aus ganz Mitteldeutschland den Holzberg intensiv für ihren Sport genutzt haben. In einem umfassenden faunistischen Gutachten wird festgestellt:

Super-tapir

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Die guten Nachrichten reißen nicht ab! Ab kommenden Montag dürfen wir in Sachsen wieder Klettern fahren und noch viel wichtiger: Ab Montag können wir auch wieder in unserem Lieblingsausrüstungsladen einkaufen gehen. Der tapir öffnet wieder!

High Five!

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Gute Nachrichten gibt es noch. Sogar gleich mehrere. Zum Beispiel hat am 4. April eine weitere Charter-Maschine der Bundesregierung Touristen aus Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, ausgeflogen. Genau vier Tage später als ursprünglich geplant. Heute gab es nun auch noch einen vierten Rückholflug. Jeder, der Nepal verlassen wollte, hatte nun auch die Gelegenheit dazu.

Gute Freunde und Glück

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In unserer deutschen Lebenswirklichkeit kommt es womöglich öfter vor als es uns lieb sein sollte, dass alles genauso funktioniert, wie wir uns das wünschen. Und wenn es nicht so läuft wie erhofft, bringt uns das immer häufiger aus der Fassung. Damit umzugehen, haben wir nie wirklich gelernt.

Eingeholt und Festgesetzt

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Nun ist es auch uns passiert. Ich hoffte ja, meine News-Leser von den Nachrichten zu verschonen, von denen sie schon daheim zu Hauf bombardiert werden. Aber in eine News gehören nun mal die Dinge, die uns widerfahren. Und die haben inzwischen auch nur noch mit dem Virus zu tun.

Nichts mehr wie es war

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Endlich ganz oben zu stehen, auf dem Gipfel eines hohen Berges, also sich selbst und alle anderen Hindernisse überwunden zu haben, verschafft eine Zufriedenheit, die wir im Alltag selten finden. Hier oben reagiert niemand auf uns und unsere Regeln, und wir können die Anwesenheit des Lebens wieder spüren.

Endspurt

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Claudia und ich sind nach Tagnag abgestiegen. Hier wollen wir einen wohlverdienten Ruhetag vor dem Endspurt auf den Gipfel verbringen. Nach fünf Tagen Arbeit im Basislager und am Berg verlangte Claudia ganz dringend nach einer Dusche. 

Allein

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Anstecken werde ich mich hier nicht! Weil ich nämlich schon längst infiziert bin: Von der Schönheit, der Ruhe und der Erhabenheit dieser erstaunlichen Landschaft um mich herum. Und Claudia, die arme, macht das jetzt auch gerade durch. Der Himalaya ist extrem virulent.

Kein Wetterglück

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In den vergangenen Tagen haben wir weiter an unserer Höhenanpassung gearbeitet. Am Mittwoch (11.03.) ging es nach Mong La auf 4000 m. Das sind 200 Höhenmeter mehr als unsere Schlafhöhe in Thame. Am nächsten Tag wanderten wir nach Machermo (4400 m) und gestern am Freitag (13.03.) erreichten wir Gokyo auf 4750 m.

Schlechte Nachrichten

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Diesmal liegt es nicht an der dünnen Luft, die ja sonst meist der Übeltäter ist, wenn es jemandem nicht gut geht. Diesmal ist es Pech oder Schicksal oder kein Glück oder wahrscheinlich alles zusammen. Steffen muss wegen Knieschmerzen seine Ambitionen am Nirekha Peak aufgeben und Kai hat ziemlich massive Herzprobleme bekommen und musste leider die Heimreise antreten.

Reibungslos

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Wie soll ich eine spannende News schreiben, wenn alles reibungslos klappt? Läuft alles nach Plan, ist Langeweile vorprogrammiert. Ich aber bin gerade sehr froh, dass ich dieser News jenes Schicksal nicht ersparen kann.

In Eis gegossene Schönheit

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Eisklettern, die Zweite. Ich stolperte mehr oder weniger direkt aus Brüssel, wo ich auf Dienstreise war und sich in meinem Kopf alles um Klima- und Tropenwaldschutz drehte, in den Eispark Osttirol. Dementsprechend verlief der erste Klettertag. Es funktionierte – nichts. Ich weiß noch, dass ich sehr lange an einem Fixpunkt das Abseilen vorbereitete. Was genau ich dort anstellte und warum, das entzieht sich selbst meiner Kenntnis. Oben geblieben bin ich jedenfalls nicht. Und den Rest des Tages habe ich bereits aus dem Gedächtnis gestrichen.

Holzberg Update: Guter Start

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Ich gebe es zu: Am Anfang waren wir ein bisschen frustriert. Unser Holzberg war plötzlich in akuter Gefahr (und ist es leider noch immer). Aber so richtig gekümmert hat das anfangs nur wenige. Noch weniger waren es, die sich glasklar für die komplette Rettung des Holzberges aussprachen, auch auf die Gefahr hin, dass wir Kletterer dann womöglich das Nachsehen hätten, weil uns der Eigentümer das Klettern verbieten könnte. Und nur eine Handvoll Leute haben tatsächlich Zeit und Kraft in den Kampf für die Holzbergrettung investiert. DAS HAT SICH NUN KOMPLETT GEÄNDERT und ist ein Grund zu großer Freude und auch...

Hart, tückisch und kalt

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Ich musste das Eisgerät mehrmals einschlagen, bis mir dieses leichte Vibrieren signalisiert, dass ich jetzt womöglich Vertrauen in seinen Halt haben darf. Doch rund um die eingeschlagene Haue hat sich mit einem feinen, kaum wahrnehmbaren Geräusch eine Eisschicht abgelöst. Es hörte sich so an, als würde man ein dünnes Holzplättchen zerbrechen.

Vom Präpsaal zum Hidden Peak, Teil 4

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Das neue Jahrzehnt begann mit zwei schmerzlichen Misserfolgen. 2010 scheiterte ich kurz unter dem Gipfel des Fitz Roy in Patagonien, 2012 am 8080 m hohen Hidden Peak im Karakorum. Zwischendurch hatte ich 2011 den Gipfel des Mount McKinley, heute Denali genannt, erreicht. Er gilt als der kälteste Berg der Erde.

Trailer gut – Alles gut

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Es ist jedes Mal aufs Neue eine spannende Angelegenheit. Kaum das wir von der Expedition wieder zurück sind, bekommt Ulf Wogenstein das gesamte Filmmaterial. Er soll daraus den Trailer für den neuen Vortrag machen. Über die Anforderungen an diese Arbeit brauchen wir beide nicht mehr groß zu reden: Aus vielen Stunden Material zwei Minuten Film produzieren, möglichst eine Geschichte erzählen, neugierig auf meinen neuen Vortrag machen. Nicht mehr und nicht weniger!

Vom Präpsaal zum Hidden Peak, Teil 3

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2002 war ein wichtiges Jahr für mich. Ich wandte mich dem bis dahin ehrgeizigsten Ziel zu, dem noch unbestiegenen 6677 m hohen Num Ri in der Khumbu-Region Nepals. Er ist ein Nachbar des Cho Polu, an dem ich ja schon 1999 unterwegs gewesen bin. Schon damals war mir die Westwand des Num Ri mit ihren eindrucksvollen Hängegletschern aufgefallen.

Vom Präpsaal zum Hidden Peak, Teil 2

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Während meiner acht Unijahre habe ich weiterhin sehr intensiv oder besser gesagt so intensiv das als Angestellter im öffentlichen Dienst überhaupt möglich war, mein Fernweh befriedigt. Sofort nach dem Mauerfall zog es mich in die extremsten Regionen unseres Globus. 

Vom Präpsaal zum Hidden Peak, Teil 1

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Dieser Artikel ist eine Auftragsarbeit für das Buch, welches zum 150. Gründungsjubiläum der Sektion Leipzig des DAV erscheinen soll.– Für mich oft der spannendste Teil einer Vortragspräsentation. Bei Firmenvorträgen oft sogar Vertragsbestandteil. Man darf mich alles fragen, was man noch nie wissen wollte, weil man so gar nichts über das Bergsteigen wusste und sich auch nicht dafür interessiert hat. Aber nun nach meinem Vortrag ist das anders. Also fragt das Auditorium los. Und da geben mir die Fragenden manchmal eine Menge Stoff zum Nachdenken mit nach Hause. 

Holzberg – Die Wende?

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Der Holzberg ist leider immer noch nicht gerettet. Wieder muss ich sagen: Ganz im Gegenteil. Das Damoklesschwert zumindest einer Teilverfüllung hängt nach wie vor drohend über dem Biotop im Holzberg. Doch ging es auf dem mühsamen Weg der Bewahrung des Holzberges in den letzten Wochen ein ganzes Stück voran. Und das ist vor allem dem unermüdlichen Einsatz einiger weniger zu verdanken, die mit großem persönlichen Engagement und einem immensen Zeitaufwand die Sache des Holzberges so weit vorangebracht haben.

Was uns die Berge lehren

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Millionen deutscher Soldaten wurden im Zweifrontenkrieg in den Schützengräben verheizt, doch er ging seelenruhig klettern. Der Einberufung entkam er, weil er seit 1912 unangemeldet bei seiner Halbschwester in Dresden wohnte. Die meiste Zeit schlief er sowieso unter den Felsen. Die Rede ist von Emanuel Strubich. 

Spaßfaktor

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Heute ist ein ausführlicher Artikel in der Leipziger Volkszeitung über meine diesjährige Reise zum Hidden Peak erschienen, über den ich mich sehr gefreut habe. André Böhmer, stellvertretender Chefredakteur der LVZ und Autor dieses Artikels, hat bewundernswert einfühlsam zusammengefasst, was mich vor und während dieser langen und fordernden Tour umgetrieben hat. Doch nachdem ich den Text gelesen hatte, musste ich darüber nachdenken, wie er auf einen berginteressierten Nichtbergsteiger wirken muss.