Heimweg(h)

Ich bin gar nicht erst losgelaufen an die Nordwestseite des Fitz Roy, denn nach dem Jahrhunderttag hatte sich das mit dem brauchbaren Wetter erledigt. Die Sicht ist dahin, und es regnet schon seit zwei Tagen. Aber das hat auch sein Gutes, fällt es mir so erst recht nicht schwer, die Heimreise anzutreten. Denn so langsam macht sich auch das Heimweh breit. Ich hab die beiden Tage damit verbracht, meinen Krempel zusammen zu packen und vor allem die knapp 3000 Bilder zu sortieren und zu sichten, die in den vergangenen Wochen entstanden sind. Die Arbeit an einem neuen Vortrag beginnt immer damit.

Unheil

Kaum etwas ist für Patagonien typischer, als die Unheil verkündenden vom Wind geformten Wolken. Sie sehen nicht nur bedrohlich aus, sie sind es auch.

Nachdem ich gestern mit dem Bus von El Chaltén nach El Calafate gefahren bin, fliege ich am heutigen Donnerstag nach Buenos Aires. Von dort geht es über Santiago de Chile nach Madrid und dann nach Berlin. Ich bin also noch ein paar Tage unterwegs. Es ist genug Zeit, mir noch einige Gedanken über meine Zeit hier am Fitz Roy zu machen, die vergangene und die kommende.

Neuigkeiten wird es hoffentlich nicht mehr zu berichten geben. Denn was könnte dass weiter sein, als Hiobsbotschaften, die sich an irgendwelchen Check-In Schaltern ereignet haben.

Baumstilleben

In der letzten News soll es Bilder geben, die möglichst das Land hier repräsentieren. Die vom Sturm gebeutelten Wälder tun dies in meinen Augen ganz besonders.

Bleibt mir also nur noch eines in dieser letzten News zu unserer Inlandeis- Tour 2009 in Patagonien. Ich hatte in El Chaltén natürlich die Gelegenheit, auch selbst mal meine Homepage anzusehen. Unterwegs ist das nicht möglich. Ich war ziemlich gerührt über die große Anteilnahme und die vielen guten Wünsche die Georg und mich auf dem Eis begleitet haben. Das hat nachträglich noch unheimlich gut getan. Ganz herzlichen Dank dafür an alle Kommentatoren! Bedanken will ich mich auch bei meinem Web-Administrator. Ohne Alex Graeber gäbe es keine neue Homepage, keine neue Kommunikationstechnik, keine interaktive Karte und auch keine News. Alleine geht dass alles eben nicht, und ich bin sehr froh darüber, dass wir beide ein Team geworden sind.

Patagonien

Die Landschaften hier haben ihren ursprünglichen Reiz erhalten. Nichts deutet auf den Einfluß des Menschen. Das Land wird noch beschützt durch das schlechte Wetter.

Doch den allermeisten Dank schulde ich meinen Sponsoren, die mir schon seit vielen Jahren die Treue halten. Ohne den tapir, die Postbank und die Leipziger Volkszeitung hätten diese und inzwischen eine ganze Reihe anderer Expeditionen gar nicht stattgefunden. Wie gesagt, es geht eben nicht alleine.

Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, werde ich in fast genau einem Jahr wieder hier sein, um den zweiten Teil meines patagonischen Abenteuers zu realisieren. Das wichtigste dabei ist, dass es mir wieder gelingt, einen Partner zu finden, der ebenfalls dazu in der Lage ist, das Projekt Fitz Roy zu seinem eigenen zu machen. Doch die Zeichen stehen inzwischen recht günstig. Vielleicht wird das ja die erste gute neue Nachricht, wenn ich wieder zu Hause bin.

1 Antwort

  1. Detlef Weyrauch sagt:

    Hallo Olaf, mit großem Interresse habe ich dein Patagonien-Abenteuer verfolgt. Grandiose Fotos und emotionale Kommentare haben mich ein Stückchen dieser vom Wetter gebeutelten Landschaft miterleben lassen. Vielleicht werde ich das selbst mal sehen können. Deine angeschlagenen Körperteile (Fuß und Rippen) haben dich offensichtlich nicht im Stich gelassen. Genieße die Annehmlichkeiten, die Deutschland zu bieten hat und die man nach solch einer Tour neu schätzen lernt.

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