Klettern auf den Lofoten, Teil 1

Es kommt nicht so oft vor, dass alles passt. Wenn große Erwartungen übertroffen werden und sich das Gefühl einstellt, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. An einem Ort, an dem ich offensichtlich hingehöre, der wie für mich gemacht ist und von dem ich am liebsten gar nicht mehr weg möchte. So war es gerade auf den Lofoten. 

Die Lofoten, wie ich sie mir vorgestellt habe: Hochglanzbildbandmotive wo immer man sich befindet. Hier der Ort Reine im Südwesten.

Der Wunsch, einmal die Lofoten zu besuchen, begleitet mich schon mein halbes Leben. Länger sogar. 1991 auf dem Weg mit einem alten, ausgeborgten Lada nach Tromsö, von wo aus ich damals zu meiner ersten echten Expedition nach Spitzbergen aufgebrochen bin, konnte ich ein paar Blicke auf diese Inselgruppe werfen. Spektakuläre, über 1000 m hohe Felsgestalten ragten direkt aus den Fjorden empor. Das faszinierte mich, obwohl ich zu dieser Zeit noch nie geklettert war.

Sagenhafte 29 Jahre und viele großartige Erlebnisse in den gewaltigsten Gebirgen unsere Erde später, wurde dieser Wunsch erneut entfacht. Ich stand 2018 mit Uwe Daniel auf dem Hamarøyskaftet und blickte wieder hinüber auf die Inselgruppe der Lofoten.

Der Hamarøyskaftet mit mir oben drauf. Im Hintergrund sind die Lofoten sichtbar. Uwe war soeben mit dem Gleitschirm hinunter geschwebt und deshalb hatte ich Zeit, ein Drohnen-Selfie von mir und dem Felsen aufzunehmen. Übrigens zählt dieser schlanke Gipfel zu einem der spektakulärsten Felsgestalten Europas.

Inzwischen war Klettern eine große Leidenschaft geworden, und so ich wusste natürlich auch, dass die Lofoten nicht nur wunderschöne Landschaften sondern auch großartige Klettermöglichkeiten zu bieten hatten.

Der Sommer 2019 war mit meinem dritten Versuch am Hidden Peak in Pakistan verplant. Aber 2020 würde ich auf die Lofoten in den Norden Norwegens zum Klettern reisen. So viel stand fest.

Ich reiche Uwe gerade das Gipfelbuch des Hamarøyskaftet. Im Hintergrund die Inselgruppe der Lofoten. (Foto: Uwe Daniel)

Stand es nicht, wie wir alle wissen, weil sich ganz viele Gewissheiten im Jahr 2020 plötzlich in Luft auflösten und ebensoviele Vorhaben auf dem riesigen Haufen der geplatzten Träume landeten. Die Lofoten aber nicht, denn die hatten sich inzwischen festgesetzt in meinem Kopf.

Ich nahm in diesem nun fast schon vergangenen Sommer erneut einen Anlauf, und bald nachdem Norwegen seine Grenzen für Ausländer endlich wieder geöffnet hatte, fuhren wir los.

Henningsvær vom Festvågtind, einem nahegelegenen Aussichtsgipfel aus fotografiert.

2600 Kilometer ist die Anreise lang, aber selten hat sich eine schier endlose Autofahrt mehr gelohnt, als diese. Wir erreichten die Inselgruppe nach dreitägiger Anreise mit der Fähre von Skutvik aus. Unser Ziel war das Fischerdorf Henningsvær. Dieses malerische Dorf wurde an der Südspitze von Austvågøya auf einer ganzen Reihe von kleinen Inselchen errichtet, welche durch Brücken und Dämme miteinander verbunden sind. Die Gegend um Henningsvær allein lohnt die Reise hierher schon.

Doch das Anziehende für uns war vor allem die Tatsache, dass im Hinterland dieses auch “Venedig der Lofoten” genannten Örtchens, die meisten und auch der berühmteste Klettergipfel der Lofoten zu finden sind.

Schaut man von Henningsvær auf das Hinterland, dann sieht man einige unserer granitenen Ziele aufragen. Der höchste in dieser Gegend, der fast 1000 m hohe Vågakallen (rechts) gehörte auch dazu.

Hier sollte also unsere Rundreise durch die Klettergebiete der Lofoten beginnen.

zum Teil 2

zum Teil 3

 

1 Antwort

  1. Martin Beckers sagt:

    Ja, die Lofoten sind immer eine Reise wert. Ich war 2021 das erstmal dort, auch zum klettern. Ich werde wieder dahin fahren.

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