Hidden Peak · Laila Peak – Karakorum Expedition 2019

Hidden Peak – Laila Peak

Es ist ein Novum! Auch deshalb habe ich gründlich nachgedacht, ob es wirklich eine gute Idee ist, zum dritten Mal an einen Berg zurückzukehren, der mich schon zwei Mal wie einen lästigen Parasiten aus seinem eisigen Pelz geschüttelt hat. An keinem anderen Berg habe ich inzwischen soviel investiert und an keinem Berg kenne ich mich so gut aus. Und da haben wir schon das erste Argument für eine Rückkehr. Ich weiß genau, was mich an körperlichem Einsatz erwartet, welche Unwägbarkeiten dieser Gipfel bereithält und welche technischen Fähigkeiten der Hidden Peak von mir fordert.

Der Hidden Peak (8080 m) mit seiner Nordwestseite aufgenommen kurz vor dem Lager 1. Für mich der schönste Achttausender.

Das zweite Argument ist mein schlagkräftiges, hochmotiviertes Team, welches wie Pech und Schwefel zusammenhält. Mit diesen Jungs ist buchstäblich alles möglich.

Na und das wichtigste Argument ist die Tatsache, dass ein Berg von dieser Größe und Schönheit eine geradezu magische Anziehungskraft auf uns Bergsteiger ausübt. Die wird erst abklingen können, wenn der Gipfel erreicht ist!

Es gibt aber noch einen weiteren Umstand, der eine Rückkehr zum Hidden Peak fast schon zwingend werden lässt. Und der hört auf den schönen Namen “Laila”. Der Laila Peak hat meine Aufmerksamkeit bereits 2001 auf sich gezogen. Wir kamen direkt an ihm vorbei, als wir auf dem Rückweg von der erfolgreichen Besteigung des Gasherbrum II (8035 m) über den Gondogoro Pass nach Hushe gelaufen sind. Er gilt als der schönste Berg Asiens. Ihn werden wir besuchen, bevor wir an den ganz großen Berg gehen.

Der 6069 m hohe Laila Peak besticht durch seine im wahrsten Sinne herausragende Form und gilt als einer der schönsten Berge Asiens. (Foto: Archiv Hunzaguides)

Es wäre phantastisch, wenn ich ihn in die Sammlung meiner erfolgreichen Besteigungen einiger der schönsten Berge auf unserem Planeten aufnehmen könnte. Er passt nämlich ganz hervorragend zu Ama Dablam, Alpamayo, Artesonraju oder Shivling. Wir werden durch das Laila-Peak-Projekt deutlich besser akklimatisiert an den Hidden Peak kommen und diesbezüglich viel bessere Karten als bei meinen beiden gescheiterten Versuchen an diesem Gipfel haben.

Das Wetter, immer der größte Unsicherheitsfaktor im Karakorum, muss 2019 ausnahmsweise einmal wesentlich besser mitspielen als bei meinen beiden vorangegangenen Versuchen. Ich mache mir deshalb auch keine Illusionen. Haben wir diesbezüglich Pech, werde ich auch zum dritten Mal wie ein begossener Pudel erfolglos vom Berg abziehen. Haben wir Glück mit dem Wetter, dann stehen die Chancen gut, dass diese Expedition den höchsten Punkt dieses großartigen Berges erreichen kann.