Kalte Schulter

Ist es Zufall, dass wir tagelang strahlendes Wetter hatten? Und genau heute, da wir wieder im 5400 m hoch gelegenen Gipfellager am Alpamayo eingetroffen sind, schneit es schon den ganzen Tag! Uwe schickt mir verlässlich wie eh und je Wetterberichte. Prophezeien sie schönes Wetter, liegen sie fast immer falsch. Sagen sie schlechtes Wetter voraus, stimmen sie meist verblüffend. Selbstverständlich kann Uwe nichts dafür. Er macht diese Vorhersagen schließlich nicht.

Vorgestern auf dem traumhaft schönen und vor allem sehr abwechslungreichen Weg durch das Santa-Cruz-Tal war die Wetterwelt noch in Ordnung.

Nach seinem letzten Bericht allerdings konnten wir die Uhr stellen. Zwei Tage lang relativ starker Schneefall! Vergangene Nacht ging es los. Darf das denn wahr sein? Der Alpamayo zeigt uns seine kalte Schulter. Wir haben uns heute trotzdem mit Sack und Pack die 500 Höhenmeter vom ersten in das zweite Hochlager hinauf gekämpft. Und wahrscheinlich sind wir nicht die einzigen, die diesen Wetterbericht kennen. Denn wir sind hier oben mutterseelen allein. Eigentlich perfekt. Wenn es diesen Grund dafür nicht gäbe. Leider können wir diesmal nicht allzu lange warten, denn demnächst müssen wir, ob wir wollen oder nicht, den Heimweg antreten.

Hatte es dieses Schaf geahnt? Als wir vor dem Aufstieg in das Lager 1 eine Mittagsrast einlegen und unsere Ruhe haben wollten, blökte es über unseren Köpfen, als hätte es eine Mission.

Unser Plan, schon morgen den zweiten Versuch am Alpamayo zu starten, erstickt gerade im Schneefall. Sonnabend und mit ein paar Abstrichen beim Essen auch Sonntag könnten wir noch warten. Montag wäre der letzte Termin für einen Versuch, dann müssen wir auf jeden Fall absteigen.

Ich hatte es ja schon erwähnt. Der Weg hinauf in das letzte Hochlager ist nicht von schlechten Eltern. Und nicht nur deshalb, weil man ordentlich klettern muss. Leider muss hier auch die gesamte Biwak-, Kletter- und Fotoausrüstung hinauf. Und das Essen. Und noch so ein paar Sachen, über die ich lieber schweige, denn sie gehören eigentlich nicht hierher. (Foto Jacob Andreas)

Es ist so, wie es immer ist. Jammern hilft nicht. Uns hilft jetzt nur Geduld und auf unser Glück zu vertrauen oder eben vernünftig sein und verzichten, wenn es nicht anders geht. Ein bisschen Strom hab ich noch. Ich werde also Bescheid sagen können, was hier passiert.

Jacob klettert einen der Steilaufschwünge unter dem Sattel, über welchen der Weg an die Gipfeleiswand des Alpamayo führt. Ich finde den Weg dort hoch ziemlich heikel, vor allem wegen der bedrohlichen Seracs unter denen man sich hier zuvor bewegt.

5 Antworten

  1. Karin sagt:

    Vielen Dank für die Karte und die vielen eindrucksvollen Fotos bisher. Möge der Himmel aufreissen, ich drücke Euch die Daumen für einen 2. ungefährlichen Versuch am Alpamayo, natürlich mit Erfolg. Gruß aus Rötha

  2. Thomas Schmidt sagt:

    Hallo Olaf,
    Hier in Huaraz ist das Wetter heute unerwartet gut. Gestern haben wir noch auf eine Zeltnacht verzichtet und sind gleich nach dem Gipfel Valanaraju zurueck ins Tal. Weil das Wetter so gut scheint, wollen wir gleich morgen wieder aufbrechen in Inbshinca Tal…

    Hoffe, dass ihr heute auch besseres Wetter habt und sich der Schnee bald festigt. Wuensche euch alles Gute und glaubt an euch !!

  3. Birgit Nitschke sagt:

    Hallo ihr zwei
    gestern traf eure Karte ein, mit dem weit tragenden Panoramablick, schön, hab ich mich gefreut.
    Ich wünsche euch auch weiterhin alles gute, so oft wie nur möglich gutes Wetter und viel Motivation bei allem was ihr angeht.
    Bleibt schön gesund!
    Viel Glück und Erfolg

    Liebe Grüße Birgit

  4. Veronica sagt:

    Eindrucksvolle Fotos! Das Foto auf der Grußpostkarte, die am Samstag eingetroffen ist, ist natürlich auch sehr eindrucksvoll! Ich wünsche euch viel Erfolg und hoffentlich bessereres Wetter für die letzte Woche in Peru!
    Herzliche Grüße
    Veronica

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