Neue Ziele!

Manchmal mag ich den Herbst, manchmal überhaupt nicht. Das hängt, wie kann es anders sein, vom Wetter ab. Doch dieser Herbst ist ganz nach meinem Geschmack. Wie für uns Kletterer gemacht. Ich kann mich kaum daran erinnern, je von einem Oktober so häufig in Versuchung geführt worden zu sein. Anstatt meinen guten Vorsätzen gemäß brav zu Hause am Rechner an neuen Ideen und Konzepten für Vorträge zu sitzen oder neue Projekte vorzubereiten, zieht es mich andauernd raus. Allerdings hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen, denn gerade passiert trotzdem eine ganze Menge.

Die Südwand am Dachskopf im Bielatal. Ein überhängender Handriss! Nicht gerade ein Weg, der mir besonders liegt. Aber wenn man souveräner werden möchte bei der Risskletterei, dann darf man nicht ständig einen Bogen um solche Routen machen und muss sich auch mal überwinden. Foto: Jacob Andreas

Die Verhandlungen mit dem Veranstaltungsmanagment des Zoos sind nahezu abgeschlossen. Mehr dazu in einer weiteren news in den kommenden Tagen. Es wird einen Trailer für die Auftaktveranstaltung im Gondwanaland geben. Er ist bei Ulf Wogenstein schon in Arbeit. Bereits am 1. November soll der erste Rohschnitt vorliegen. Hier auf der Homepage und bei Facebook wird er ab dem 15. November zu sehen sein. Der neue Vortrag “Das Ziel ist alles” ist so gut wie fertig. Und apropos Ziel! Es gibt neue Ziele für das kommende Jahr! Und was für welche!

Falk Liebstein in "Gaudi" (7) gestern am Holzberg auf der Sonnenplatte. Was für ein Klettertag! Sonne satt, kaum Wind, farbenprächtige Laubfärbung und gleich sieben schöne Routen!

Wie oft schon hat man mir von den peruanischen Anden und hier vor allem von den Gipfeln der Cordillera Blanca vorgeschwärmt. Die schönsten Gipfel der Welt sollen dort angeblich stehen. Und für diese Pracht-exemplare muss man noch nicht einmal Besteigungsgebühren bezahlen. Es gibt keine schmierigen Verbindungsoffiziere, keine deprimierenden Termine in Tourismusministerien, keine Trekking- oder TIMS-Permits, ja noch nicht einmal ein Einreisevisum.

Und da sind zwei weitere Umstände, die das Zeug hatten, mich mit Macht in den Bann der Cordillera Blanca zu ziehen. Ich war schon 30 Mal im Himalaya, dort aber noch nie. Außerdem gibt es in meinem Hinterkopf seit geraumer Zeit den Gedanken, unbedingt einige von den Bergen zu besteigen, die immer wieder genannt werden, wenn es um die schönsten der Welt geht. Und zu denen gehören die beiden auserwählten nun tatsächlich.

Der 5947 m hohe Alpamayo mit seiner unglaublich beeindruckenden Südwestwand zählt mit Sicherheit zu den eindrucksvollsten Gipfeln der Erde überhaupt. Erst 1975 wurde diese Wand von Casimiro Ferrari zum ersten Mal durchstiegen. Ich würde aber noch lieber die etwas steilere Franzosenroute klettern, die ihren Namen leider nicht zu Ehren ihrer Erstbegeher bekam, sondern deshalb, weil eine französische Seilschaft in dieser Route ums Leben gekommen ist.

Was für ein Anblick, diese Eiswand! Leider ist sie nicht ganz ungefährlich. Lawinen und Eisschlag sind hier das Problem und natürlich der Bergschrund. Oft sind lange Querungen unvermeidbar. Quelle Wikipedia

Mindestens genauso beeindruckend ist unser zweites Ziel, der 6025 m hohe Artesonraju. Er befindet sich in einem Nachbartal nur etwa 12 Kilometer Luftlinie vom Alpamayo entfernt. Übrigens gilt die makellose Berggestalt des Artesonraju für viele als der Inbegriff eines formschönen Berges schlechthin. Die Paramount Pictures machte ihn sogar zu “ihrem” Paramount” in dem berühmten Firmenlogo.

Beide Berge bieten spannende Eiskletterei in etwa 50 bis 70 Grad steilem Gelände. Doch auch der Artesonraju gibt seine Flanken nur unter der Bedingung preis, dass man eine nicht zu unterschätzende Lawinengefahr akzeptiert, wie man auf dem unten stehenden Foto unschwer erkennen kann. Ein anderer Wermutstropfen ist die immer weiter fortschreitende Ausaperung. Der Klimawandel macht nirgendwo halt, ganz besonders nicht vor den hohen Bergen. Falls jemand meint, die rasante Erwärmung unseres Klimas sei nur ein unbewiesenes Gerücht, der schaue sich einmal die einst makellosen Eisflanken der Bergriesen in den großen Gebirgen unserer Erde an!

Was für ein Berg! Unsere anvisierte Route verläuft in der auf diesem Bild angeleuchteten Südwestwand. Mitten über die Route ist hier ein Schneebrett abgegangen. Quelle Wikipedia

Wir sind also mitten in den Vorbereitungen für dieses Projekt. Nahezu abgeschlossen ist dagegen die Planung für die Auftaktveranstaltung für das Jubiläumsjahr 2014. Und da haben wir eine ausgewachsene Überraschung parat. Welche das ist, verrate ich aber erst in der nächsten news.

Hier gibt es noch mal die Erinnerung an den Vortragstermin am 27. und 28. Dezember im Gondwanaland und daran, dass ein Voting meiner Zuhörer darüber entscheiden soll, welche drei Vorträge ich dann präsentieren werde. Also kurze Mail an info@pikander.de oder auch an mich oder einen Kommentar unter eine der news. Und nicht vergessen: Unter denen, die mitmachen, verlosen wir 5 x 2 Freikarten und den neuen Kalender für 2014!

1 Antwort

  1. Thomas Schmidt sagt:

    Hallo Olaf,
    Das klingt echt fantastisch und ich glaube, ich habe gerade ein Dejavue. Schau mal hier:
    http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/peru137.html
    Genau dort waren dieses Jahr ein paar Freunde von mir. Und auch dazu gibt es einen Vortrag (ich meine am 07.11. – wo ich leider nicht da / in Nepal bin). Ich möchte auch unbedingt mehr über diese Berge erfahren und werde so bald wie möglich mit meinen Freunden sprechen…
    Am 13.11. sehen wir uns ja in Leipzig, oder? Freue mich schon auf diesen Tag !!!

    Viel Spaß noch weiterhin beim Klettern…
    Thomas

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