Lukla

Eine Aufregung! Ich war gerade dabei, meine 60 Kilo schweren Rucksäcke die Treppe runter zu wuchten, als das Telefon klingelte. Kerstin und Lothar waren dran. Sie teilten mir mit, dass sich ihr Zug nach Leipzig verspätete und sie deshalb den ICE nach Frankfurt nicht erreichen würden. Na toll! Vielleicht könnten sie mit dem Zug später auch noch früh genug am Flughafen sein. Ich konnte nichts weiter tun, als das zu hoffen.

Zwei Minuten später klingelte das Telefon schon wieder. Bernd war am Apparat. Sein Zug nach Leipzig, der gleiche wie bei Kerstin und Lothar, würde nicht pünktlich sein. Ich wusste schon Bescheid. Na das ging ja gut los. In Leipzig auf dem Hauptbahnhof zerschlug sich auch die Hoffnung, dass vielleicht der ICE ebenfalls Verspätung hätte. Der fuhr ganz pünktlich in den Bahnhof ein. Doch welch Wunder! Auf meine Frage, ob es vielleicht irgendwie doch noch eine Chance für meine drei verspäteten Gäste gebe, teilte mir der Schaffner mit, dass der ICE auf den Regionalexpress aus Dresden warten wollte. Na was sagt man denn dazu? Ein ICE wartet auf einen Regionalzug. Ist die Deutsche Bahn nicht Spitze?

Lange Rede kurzer Sinn. Hoch rot und total abgehetzt und gestresst haben alle wohlbehalten den ICE zum Frankfurter Flughafen erreicht. Und der hat die zwanzig Minuten Verspätung sogar wieder raus geholt. Also sage mal noch einer was gegen die Deutsche Bahn!

Alles was anschließend bis hier an die Stelle passiert ist, an der ich diese Zeilen schreibe, ist regelrecht langweilig dagegen. Der Flug war angenehm, wir trafen pünktlich in Kathmandu ein. Die Agentur empfing uns am Flughafen mit Blumenkränzen. Der Chef höchstpersönlich war gekommen, uns zu begrüßen und abzuholen. Der Bus für den Transfer ins Hotel stand bereit. Die Hotelzimmer waren gebucht. Ein paar hunderttausend Rupies lagen zum Umtausch bereit. Die Flugtickets und die drei verschiedenen Permits für unsere Tour waren fix und fertig ausgestellt. Es gab buchstäblich nichts mehr zu tun für mich. Wir nahmen alle eine heiße Dusche und brachen zum ersten Stadtbummel auf. Es war wirklich großartig.

Unser Gepäck war vollzählig eingetroffen. Und diesmal gab es auch keine Probleme mit meinem großen Bleigelakku. Im Handgepäck kam er durch alle Kontrollen

Den Abend verbrachten wir in meinem Lieblingsrestaurant bei tibetischen und buthanesischen Menus und gingen zeitig schlafen. Allerdings hatte es am Nachmittag ziemlich anhaltend und stark geregnet. Ich war skeptisch, weil ich befürchtete, dass es am anderen Morgen vielleicht neblig sein könnte. Die Inlandsflüge hier in Nepal sind Sichtflüge. Wenn die Sicht schlecht ist, dann bleiben die Flieger am Boden. Da helfen weder Geld noch gute Worte. Doch zumindest diese Sorge war unbegründet. Der heutige Morgen präsentierte sich glasklar. Wir fuhren um halb sechs Uhr wieder zum Flughafen. Doch nach dem Einchecken der Dämpfer. Das Wetter war prima sowohl in Lukla als auch in Kathmandu. Doch wir flogen trotzdem nicht. Schnee auf dem Airstrip in Lukla! Es hatte in der Nacht geschneit. Der musste erst mal wegtauen. Wegtauen? Lukla liegt fast 3000 m hoch und ist von lauter Bergen umstellt. Das dauert ewig, wenn er überhaupt jemals wegtaut. Warum räumt man ihn nicht weg? Ach ja, ich hatte kurz vergessen, dass wir inzwischen in Nepal waren. Also warten. Nach drei Stunden Warten ging es aber los. Ich war nicht unzufrieden, denn wir würden auch nach ausgiebigem Frühstück in Lukla unser Tagesziel Monjo erreichen können.

Frühstück in Lukla in der Sonne und umgeben von frisch verschneiten Bergen und nach dem vielleicht spektakulärsten Linienflug der Welt.

Und genau da in meiner Stammlodge sitze ich jetzt am Ofen. Wir sind sieben Stunden durch eine grandiose Winterberglandschaft gelaufen. Allen geht es gut und deshalb sind auch alle bei bester Laune. Meine Gäste sind inzwischen auch satt, denn heute gab es das nepalesische Nationalgericht Dhal Bhat. Da gibt es immer noch Nachschlag bis man beim besten Willen nichts mehr rein bekommt. Und in diesem Augenblick wird ein offensichtlich ziemlich lustiges Spiel gespielt, weil alle andauernd in lautes Lachen ausbrechen. Meine Ohrstöpsel mussten zum Einsatz kommen. Also liebe Verwandtschaft, liebe Freunde, denen geht es wirklich gut!

Heute allerdings sind wir keinen einzigen Höhenmeter aufgestiegen, denn Lukla und Mojo liegen auf gleicher Höhe. Doch morgen steigen wir den 600 -Meter- Stich nach Namche auf. Mal sehen, wie die Laune dann morgen aussieht, denn diesen Anstieg kann man nicht teilen. Da müssen wir morgen durch bzw. rauf. Aber das erfahren wir alle miteinander in der nächsten news.

8 Antworten

  1. Veronica sagt:

    Schön zu “hören”, dass bis jetzt alles reibungslos verlief! Weiter so!
    Alles Gute für euch alle!
    Veronica

  2. Annett sagt:

    Schön von euch zu hoeren. Viel Erfolg beim Aufstieg. Liebe Gruesse sagen Annett, Lilly und Richard.

  3. Opa Karl.Heinz sagt:

    Hallo,

    Vielen Dank für Info
    bin froh , wünsch euch Allen alles Gute

    Opa K.-H.

  4. Manuela sagt:

    Wir gehen in Gedanken mit Euch mit ,denn wir haben noch wunderschöne Erinnerungen an diese Tour. Nehmt Euch Zeit für dieses schöne Land mit den gastfreundlichen Menschen. Liebe Grüße an Fam. Hinze

  5. Thomas und Conny sagt:

    Schön,dass es euch allen (besonders Uli 🙂 gut geht! Wir freuen uns auf weitere Lebenszeichen und wünschen euch maximale Erfolge!

  6. Madeleine sagt:

    Viel Erfolg und immer ein super Wetterchen wünschen wir Euch allen:) Besonders die allerliebsten Grüße an Kerstin und Mann,,,, von Madeleine und Dana:):):)

  7. Matthias sagt:

    Mensch da habt ihr ja (abschnittsweise) super Wetter!
    Hier ist alles Grau in Grau…
    Da ist es schön solch klasse Bilder zu bestaunen! 🙂
    Viel Spaß weiterhin!!!

  8. Susi und Andre sagt:

    wir verfolgen jeden Tag ganz gespannt eure Berichte, wir drücken die Daumen, das alles gut geht und das Wetter mitspielt, besondere liebe Grüße an Kerstin und Theo, von Bruchpilot Susi und Andre!

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