Aus Spaß wird jetzt Ernst

Wir müssen Vollgas geben, sonst schmilzt die Laila vor unseren Augen dahin. Und das liegt leider nicht an unserem Charme sondern an der Wärme. Einem Berg beim Abschmelzen zuschauen, macht traurig.
Doch der Reihe nach. Am zweiten Anmarschtag trafen wir schon gegen Mittag im Basislager ein. Hier hat der große Regen keine Spuren hinterlassen. Der Ort ist immer noch so unvergleichlich schön und still, wie ich ihn 2019 verlassen habe.

Die Träger halfen uns noch, dass große Küchen- und das Messzelt aufzustellen. Anschließend zelebrierten wir die Verabschiedung. Jeder bekam sein Trinkgeld. Ich schaute in 36 lachende Gesichter, es gab Applaus und Umarmungen. Adressen wurden ausgetauscht, Fotos gemacht. Und ich glaube, wir müssen uns keine Sorgen machen, dass wir am Schluss unseren Krempel selber wieder ins Tal tragen müssen.
Zufriedene Träger machen auch mich sehr zufrieden.
Max und Thomas sind dann noch am gleichen Nachmittag zu einer ersten Erkundungstour aufgebrochen. Sie wollten unbedingt mit eigenen Augen einen Blick auf unsere Route werfen. Dazu muss man vom Basislager aus etwa eine bis anderthalb Stunden laufen. Vor den neugierigen Blicken aus dem Basecamp versteckt sich die etwas schüchterne Laila nämlich.

Die Laila und ihre gleich drei Verehrer auf dem Gondogoro- Gletscher.

Ich bin im Lager geblieben und habe versucht, meinen höhenkranken Kopf vor dem zerplatzen zu bewahren, was mir mit Hilfe der modernen Pharmakologie auch geradeso gelungen ist. Heute am dritten Morgen am Fuß der Laila geht es aber schon deutlich besser.

Am Samstag (09.07.) haben wir unseren ausgedehnten Erkundungs- und Akklimatisationsspaziergang den Gondogoro-Gletscher hinauf zumindest fast wie geplant durchgezogen. Wir sind nicht ganz so weit hinauf gestiegen, wie wir es uns vorgenommen hatten, denn auch Thomas spürte die Höhe nach unserem allzu zu raschen Aufstieg schon ziemlich deutlich. Unser Max dagegen scheint zum Höhenbergsteiger geboren zu sein.

Es gab auch einen anderen Grund, warum wir uns schonen wollten. Die Verhältnisse an der Laila verschlechtern sich von Tag zu Tag. Ihr Firnkleid schmilzt. Wir müssen uns beeilen.

Deshalb wollten wir gestern schon (10.07.) eine erste Last in das Lager 1 tragen und dort auch schon ein Zelt aufstellen. Heute sollte die zweite Last folgen. Damit hätten wir die gesamte Kletter- und Biwakausrüstung und für sechs Tage Nahrung und Brennstoff im ersten Hochlager.

Das erste Hochlager auf fast genau 5000 m. Im Hintergrund im oberen Bilddrittel fast in der Mitte ragt die Laila auf.

Wir sind gestern auch schwer beladen losmarschiert, doch Max, der schon am Morgen über Durchfall geklagt hatte, konnte irgendwann nicht weiter und musste schweren Herzens umkehren.
Seine Sachen haben wir an der Route zum Camp 1 deponiert. Thomas und ich sind ohne ihn weiter zum ersten Hochlager, haben es eingerichtet und sind wieder ins Basislager abgestiegen.

Hier gab es keine guten Nachrichten. Leider geht es Max gar nicht gut. Damit war klar, dass wir mindestens morgen einen Ruhetag einlegen müssen, damit er sich auskurieren kann. Wie es nun bei uns weiter geht, hängt in erster Linie davon ab, wie rasch Max wieder auf die Beine kommt.
Einig sind wir uns, dass wir den doch sehr langen und beschwerlichen Weg vom Basislager zum ersten Hochlager möglichst nur zwei Mal gehen wollen. Ist alles oben, werden wir erst wieder ins Basislager absteigen, wenn der Gipfel erreicht ist. So lautet zumindest unser ambitionierter Plan.
Es wird nun tatsächlich schon bald ernst hier an der Laila, denn wir müssen dringend handeln, wenn wir nicht auch wie die begossenen Pudel kampflos von diesem Traum-Berg abziehen wollen.
Daumendrücken muss jetzt helfen, vor allem für Max.

 

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5 Antworten

  1. Veronica sagt:

    Gute Besserung für Max, ich hoffe sehr, dass er bald wieder auf den Beinen ist!

  2. Sabine Müseler sagt:

    Ihr schafft das. Wir drücken alle Daumen. Schön, dass es dir Max besser geht.

  3. Jacob sagt:

    Viele liebe Grüße und zwei gedrückte Daumen senden euch wir euch aus Berlin!
    Einen für möglichst festen Fels und gutes Eis unter den Gliedmaßen und den zweiten dafür, dass ihr alle zusammen den Laila angehen könnt.

    Bestes
    ..der Jacob

  4. Klaus sagt:

    Viel Glück!

  5. Hannelore Edler sagt:

    Viele liebe Grüße aus dem Schwabenland von Hanne und toi…toi…toi, dass alles gut für euch läuft. Ich freue mich, dass es Max wieder besser geht und hoffentlich wieder bei voller Kraft ist für die soooo lange von ihm ersehnte Tour.

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