Kein Wetterglück

In den vergangenen Tagen haben wir weiter an unserer Höhenanpassung gearbeitet. Am Mittwoch (11.03.) ging es nach Mong La auf 4000 m. Das sind 200 Höhenmeter mehr als unsere Schlafhöhe in Thame. Am nächsten Tag wanderten wir nach Machermo (4400 m) und gestern am Freitag (13.03.) erreichten wir Gokyo auf 4750 m.

Auf dem Weg von Namche nach Mong La. Gleich haben Uta und Claudia die Herbergen erreicht. Und über allem thront der 6501 m hohe Taboche.

Hier muss nach fast 1000 Höhenmetern Aufstieg natürlich wieder eine längere Pause eingelegt werden. Wir werden deshalb gleich drei Nächte in Gokyo bzw. im ebenso hoch gelegenen Tagnag bleiben und selbstverständlich weiterhin jeden Tag Akklimatisationausflüge unternehmen.

Ein bisschen schade ist, dass uns das Wetterglück verlassen hat. Gestern Nachmittag begann es zu schneien. Auf unserem ersten nachmittäglichen Akklimatisationsspaziergang in Gokyo wurden wir leider nicht mit den tollen Ausblicken auf den Cho Oyu belohnt, der hier das Ngozumbatal abschließt und dessen Südostwand so hoch ist, wie zweieinhalb Eigernordwände übereinander. Außerdem ist er immerhin der sechsthöchste Berg der Erde.

Lunch vor Superausblick auf den 6783 m hohen Kangtega und seinen östlichen Nachbarn (hier rechts) den 6623 m hohen Thamserku.

Unser heutiger Aufstieg über 700 m Höhenmeter auf den knapp 5400 m hohen Gokyo Ri zählt womöglich nicht mehr als “Akklimatisationsspaziergang”. Dafür ist das ein schon ein wenig zu anstrengend.

Dieser Aufstieg auf einen richtigen Fünftausender markiert nicht weniger als den ersten großen Höhepunkt auf unserer Tour. Na jedenfalls für den, der vor allem wegen den Megabergen hier ist. Ich glaube nämlich nicht, dass man irgendwo anders auf unserem Globus mit den Händen in den Taschen an einen Ort wandern kann, wo gleich vier Achttausender zu bewundern sind.

Der Weg von Mong La nach Machermo war nicht ganz ohne. Es liegt eine Menge Schnee und der Weg war weiter unten manchmal sehr moddrig, oben teilweise vereist und deshalb unangenehm zu gehen.

Aber nicht nur das. Das Panorama vom Gokyo Ri ist wirklich atemberaubend. Denn nicht nur die Achttausender beeindrucken. Dutzende Sechs- und Siebentausender stehen aufgereiht wie an einer Perlenkette vor dem staunenden Betrachter.

Doch dieses Mal hatten wir kein Wetterglück. Uta, Jana und Claudia stiegen trotzdem hinauf und trotzten den Elementen. Sehen konnten wir nicht allzuviel, aber dafür hatten wir den Gipfel des 5400 m hohen Berges ganz für uns allein.

Es zog wie Hechtsuppe auf dem Gipfel, und wir mussten erst einmal alles anziehen, was wir im Rucksack hatten.

Morgen nun (15.03.) laufen wir von Gokyo über den Ngozumba-Gletscher nach Tagnag. Und hier heißt es Abschied nehmen. Wir werden uns trennen. Fünf von uns gehen mit Kumar Richtung Everest, Claudia und ich beziehen unser Basislager am Fuß des Nirekha Peaks. Das heißt, wenn wir es schaffen, uns durch den schon wieder sehr tiefen Schnee zu wühlen.

Die Mädchenfraktion meiner diesjährigen Gruppe, dass muss mal gesagt werden, ist der harte Kern. Sie können schon stolz auf sich sein, finde ich jedenfalls. Und deshalb hätte ich ihnen auch so sehr den Megapanoramablick von hier oben gegönnt. Na dann eben auch beim nächsten Mal.

Ich bin sehr froh, dass ich mich diesmal, anders als im vergangenen Jahr, für Träger und nicht für Yaks entschieden habe. Yaks verweigern das Weiterlaufen und geraten regelrecht in Panik, wenn der Schnee so hoch wird, dass sie den Bodenkontakt verlieren. Und so lang sind Yakbeine nicht. Ich habe diesmal deutlich mehr Träger dabei und wenn ich für sie spure, dann werden wir hoffentlich weniger Probleme haben als im vergangenen Jahr. Aber sicher ist das natürlich nicht, doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

Das nächste Mal werde ich mich vermutlich über Satellit aus unserem Basislager melden, wenn wir denn bei dem vielen Schnee überhaupt dort ankommen sollten und wenn die Technik mitspielt.

Bis dahin bitte nicht unterkriegen lassen. Wir setzen uns die Krone jedenfalls nicht auf…

7 Antworten

  1. Sybille und Thomas sagt:

    Wir wünschen dann beiden Truppen weiterhin gutes Gelingen und etwas besseres Wetter! Es sind schon gigantische Fotos und unsere ganze Familie und Freunde sind immer gespannt auf neue Berichte vom Dach der Welt! Lieber Alex, bleib schön gesund und halte alle deine Eindrücke fest! Das wünschen Dir Deine Mutsch, Thomas, die Carlita und Klein Annika! Selbstverständlich auch ganz liebe Grüße an all die anderen Mitstreiter!

  2. Kai Bittner sagt:

    Ich drücke Euch allen ganz fest den Wetterdaumen…

  3. Andre und Angi sagt:

    Wir hoffen, dass das Wetter bald besser wird; allen weiter eine gute Tour.
    Ganz liebe Grüße an Günni.

  4. Heinz und Frida sagt:

    Also Arthur (Günter) wir staunen über Deine Kondition und ziehen den Hut vor Dir.
    Komm gesund zurück.

  5. Anne Petersein sagt:

    Lieber Olaf und alle MitstreiterInnen,
    ich hoffe, das Wetter und die Technik halten durch, machen euch keinen Strich durch die Rechnung, ermöglichen euch tolle Erlebnisse, Aus- und Weitblicke ( die brauchen wir nämlich in diesen bewegten Zeiten). Bleibt gesund, kommt heil wieder vom Berg runter. Grüßt diese tolle Landschaft und die herzlichen Menschen von mir- liebe Grüße: Anne

  6. Judith Schlünz sagt:

    Hallo lieber Olaf,
    Hallo lieber Günni,

    Ich wünsche euch eine richtig tolle Tour!!
    Ich denke an euch und bin ein wenig neidisch!

    Fühlt euch umarmt und passt auf euch auf!!!

    Eure Judith

  7. Lippert sagt:

    Hallo, lieber Günther,
    Wir bewundern deine Kondition in
    diesen Höhen, wir wünschen dir und deinen Mitstreitern eine gute Zeit , kommt gesund zurück
    Deine Nachbarn Achim und Evi die Queen

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