Abgetaucht

Wer ab und zu mal eine längere Zeit unterwegs ist, kennt das. Man kommt nach drei oder vier Wochen wieder nach Hause und weiss nicht, was man zuerst machen soll. Der Schreibtisch biegt sich unter der Post, der Anrufbeantworter ist voll und die Zahl der email-Eingänge bewegt sich im hohen dreistelligen Bereich. Bei mir waren es dieses Jahr, und wir haben erst April, fast zehn Wochen. Da blieb vieles liegen, was nun unbedingt und sofort abgearbeitet werden wollte. Also musste ich erst einmal an den Schreibtisch abtauchen.

Diese Vorrede mag als eine Art Entschuldigung dienen, warum es nun sage und schreibe vier! Wochen keine news mehr gab. Es sind sogar schon Beschwerden eingegangen. Doch nun ist es wieder soweit. Und es gibt auch ein paar Neuigkeiten.

2017 soll es einen dritten Versuch am Hidden peak geben. Derzeit sind wir dabei, das Team zu formieren und über die Finanzierung nachzudenken. An ihr wird es hängen ob wir zu diesem phantastischen Berg gehen werden. Für mich zählt der Hidden Peak zu einem der schönsten Berge auf unserem Globus.

Wenn es nach mir ginge, sollte es 2017 einen dritten Versuch am Hidden Peak (8080 m) geben. Für mich zählt der Hidden Peak zu einem der schönsten Berge auf unserem Globus. Doch ob es nun tatsächlich dazu kommt, ist noch immer nicht entschieden. Die Nordwestseite des Berges mit dem Gasherbrum La (6400 m) vom Lager 1 (5900 m) aus gesehen.

Derzeit stehen drei Themen an. Das wichtigste ist die neue Expedition im nächsten Jahr. Das Team mit Christian, Jacob, Sven und mir steht ja schon länger fest. Auch das ich gerne mit den dreien meinen dritten und definitiv letzten Versuch am Hidden Peak in Pakistan unternehmen möchte. Aber da gibt es natürlich einige unerfreuliche und leider auch sehr schwerwiegende Argumente gegen dieses Ziel.

Im Juni 2013 kam es ja zu dem feigen Mord an zehn völlig unbeteiligten Bergsteigern im Basislager des Nanga Parbat . Seit dem hat sich die Sicherheitslage in Pakistan keineswegs gebessert. Der Tourismus liegt am Boden. Ganze 5634 Touristen wagten sich 2015 in dieses riesige und vor allem wunderschöne Land.

Ich persönlich habe dort nur die allerbesten Erfahrungen gemacht. Doch 50000!! Opfer bei Terroranschlägen seit 2003, zuletzt am Ostersonntag ein Nagelbombenanschlag auf ein Ausflugsziel für Familien mit 74 Toten, darunter vor allem Kinder! Eine unglaubliche Barbarei. Pakistan leidet unter seinem eigenen Image, und auch wir können die Sicherheitsproblematik in diesem Land nicht einfach so ignorieren.

Bei unserem letzten Expeditionstreffen haben wir sechs Stunden am Rechner gesessen und diskutiert und waren zwei Stunden am K4 Klettern. Für uns regelrecht vorbildlich. Sonst war es immer umgekehrt!

Bei unserem letzten Expeditionstreffen am 9. April haben wir sechs Stunden am Rechner gesessen und diskutiert und waren zwei Stunden am K4 Klettern. Für uns regelrecht vorbildlich. Sonst war es immer umgekehrt! Hier Sven (unten) und Jacob (oben) bei meiner Lieblingsbeschäftigung.

Außerdem spielen beim Hidden Peak auch die enormen Kosten eine große Rolle. Knapp 40000 Euro wird uns diese Tour vermutlich insgesamt kosten, wenn es nicht gelingt, ein Permitsharing hinzubekommen. Ob das klappt, wird aber immer erst relativ kurz vor Expeditionsbeginn klar. Dann ist es für Ausweichziele in der Regel viel zu spät. Deshalb gibt es jetzt diese Diskussionen um den Hidden Peak, der eigentlich als Ziel schon feststand. (siehe auch Aller guten Dinge)

Andere ebenso großartige Ziele wurden in die Runde geworfen und die Diskussion ist in vollem Gange.

Der 7321 m hohe Chamlang von Westen aus gesehen! Ich stand ihm gerade erst auf meiner Expedition zum Baruntse gegenüber. Ein Traum von einem Berg und eine großartige Herausforderung!

Ein solches Ziel könnte der 7321 m hohe Chamlang sein, hier von Westen aus gesehen! Ich stand ihm 2013 auf meiner Expedition zum Baruntse gegenüber. Ein Traum von einem Berg und eine großartige Herausforderung!

Eine andere Entscheidung, die mir persönlich ziemlich schwer gefallen ist, habe ich aber nun gefällt. Über die Expedition in Feuerland und unseren Versuch am Monte Sarmiento wird es einen Vortrag geben. Es gibt wirklich Spannendes zu erzählen und natürlich jede Menge eindrucksvolles Bild- und Filmmaterial. Der Vortragstermin steht allerdings noch nicht fest. Sobald das soweit ist, werde ich ihn natürlich so schnell und so gründlich wie möglich veröffentlichen.

Seit einigen Tagen jedenfalls bin ich schon kräftig am Bildersichten und Vortragseinleitungen schreiben. So ein Vortragsanfang hat nämlich seine Tücken. Man darf das Pulver nicht gleich zu Beginn verschießen, muss möglichst aber auch verhindern, dass die Leute schon nach zehn Minuten mit dem Schlaf kämpfen:-)

Wie immer wird es auch in diesem Vortrag nicht nur um unser Feuerlandprojekt gehen sondern ich möchte in diesem Zusammenhang auch das spannende Thema Mut ein wenig beleuchten. Denn zufiel Mut kann einen manchmal ziemlich in die Bredouille bringen.

Wie immer wird es auch in diesem Vortrag nicht nur um unser Feuerlandprojekt gehen, sondern ich möchte in diesem Zusammenhang auch das spannende Thema Mut ein wenig beleuchten. Denn zu viel Mut kann einen manchmal ziemlich in die Bredouille bringen.

Der neue Kalender ist auch fertig. Wir sind gerade beim Layout. Wie jedes Jahr ist es alles andere als einfach, sich bei den Bildern zu entscheiden. Es wird natürlich ein Feuerlandkalender und dort sind nicht weniger als 3000 Fotos entstanden. So ein Jahr hat aber nur zwölf Monate. Schon bei der Entscheidung, welches Bild denn nun das Deckblatt werden soll, wurde es regelrecht anstrengend.

In den nächsten Tagen wird hoffentlich sowohl der Vortragstermin in Leipzig als auch das Layout des neuen Kalenders sowie unser Expeditionsziel für das kommende Jahr feststehen. Und dann melde ich mich sofort wieder und nicht erst in vier Wochen…

2 Antworten

  1. Bernd Bienia sagt:

    Alles Gute und viel Erfolg. Ich werde aufmerksam die Berichte verfolgen.

  2. Veronica sagt:

    Es bleibt spannend!

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