Endspurt

Nun, ich gestehe! Anstatt fleißig am Computer zu sitzen, um mein Zeug hier in geordneten Verhältnissen so zu hinterlassen, dass in den kommenden sieben Wochen nichts anbrennt, war ich über Pfingsten gleich mal vier Tage klettern. Dafür gibt es aber eine Entschuldigung! Ich liebe es, in der Wärme zu klettern. Aber in den kommenden Wochen klettern wir eben gerade nicht an von der Sonne gewärmten Felsen sondern steigen auf Berge. Ein himmelweiter Unterschied schon allein deshalb, weil ich mich mitten im Sommer freiwillig wieder in den Winter begeben muss. Manchmal frage ich mich wirklich, was das soll.

Allerdings haben wir uns, anstatt nach Sachsen zu fahren, in den Frankenwald an die Kalkfelsen verzogen, um am Sächsischen Sandstein nicht zu verglühen. Die Quacken in der Fränkischen Schweiz haben ja den großen Vorteil, dass man selbst Südseiten bei praller Sonne klettern kann, weil sie so gut wie nie über die umstehenden Bäume hinaus ragen. Und dort darf man Chalk benutzen. Bei der Hitze ein wichtiger Vorteil.

Interview

Bevor ich klettern durfte, war ich noch in Koblenz beim ersten landesweiten privaten Hörfunksender Deutschlands. Dort gibt es jeden Sonntagmorgen eine zweistündige Sendung mit über 1,5 Mio Hörern zu verschiedenen Abenteuer-Themen. (Foto: Janina Graeber)

Kurz zur Erklärung: Der Begriff Quacke ist die doch etwas abfällige Bezeichnung von sehr unlohnenden, weil niedrigen Gipfeln, auf die kein Mensch steigen will. Allerdings, und dass sage ich voller Hochachtung, muss man oft mächtig zulangen, um in Franken Schwierigkeitsgrade an diesen Quacken zu klettern, die anderswo noch relativ locker von der Hand gehen. Alles hart eingestuft dort. Und Chalk meint eigentlich Magnesiumkarbonat (MgCO3). Dies ist ein hygroskopisches Pulver, welches Feuchtigkeit bindet und so die Finger trocken hält. Heutzutage ist Chalk aus dem Klettersport nicht mehr wegzudenken, weil es ohne das Pulver bei den gegenwärtig gekletterten Schwierigkeiten gar nicht mehr geht.

Der Griff in den Beutel ist so selbstverständlich geworden, dass es manchmal schon fast zur Manie zu werden droht. In der Sächsischen Schweiz fasse ich auch ständig dort hin.

Der Griff in den Beutel ist so selbstverständlich geworden, dass es manchmal schon fast zur Manie zu werden droht. In der Sächsischen Schweiz fasse ich auch ständig dort hin. Aber hier ist der Sack natürlich ab, weil Chalk strikt verboten und am rauen Sandstein auch nicht nötig ist. (Foto: Janina Graeber)

Übrigens hat ein amerikanischer Turner namens John Gill das schneeweiße Zeug bei den Kletterern eingeführt. Und nach Deutschland gebracht hat es Ende der 70er Jahre der große Reinhard Karl. Das ist der, welcher das beste Kletterbuch aller Zeiten schrieb und leider viel zu früh am Cho Oyu ums Leben kam. Karl gilt als einer der ganz wenigen Alpinisten, denen es tatsächlich gelungen ist, echte Spuren zu hinterlassen. Er hat mit seinem Buch “Erlebnis Berg – Zeit zum Atmen” , eine ganze Generation von Kletterern inspiriert und geprägt. So auch mich. Leider war ich da schon fast Dreißig!

Ich werde keine Spuren hinterlassen. Aber ich würde gern noch auf ein paar besonders schöne und bedeutende Gipfel steigen. Und gleich zwei von dieser Sorte stehen ja in den kommenden Wochen auf dem Programm. Los geht es schon am nächsten Montag. Wir fahren zuerst ins Pitztal. Hier treffe ich auf zukünftige Nepalgäste, mit denen ich für unsere gemeinsame Tour im nächsten Jahr noch ein paar Dinge trainieren werde. Anschließend verbringen wir sieben Tage am Mont Blanc, um uns so intensiv wie möglich auf unser Abenteuer in der Cordillera Blanca vorzubereiten und uns auch schon zu akklimatisieren.

GPK-Peru-2014-web

Der makellose Artesonraju mit seiner Südostseite, über die auch unsere Aufstiegsroute verläuft, ziert unsere diesjährige Grußpostkarte. Ein dicker Stapel dieser Karten ist der einzige Ballast, den ich liebend gern mit auf Reisen nehme.

Wie immer sind wir bei unseren Projekten auf Ihre Unterstützung angewiesen. Und dafür gibt es, wie bei jeder Reise, wieder unsere Grußpostkartenaktion. Wenn Sie 7,- € oder mehr auf unser Expeditionskonto einzahlen, erhalten Sie die von uns handsignierte Karte aus dem Basislager des Artesonraju zugesandt.

Sparkasse Leipzig, Empfänger: Dr. Olaf Rieck

Kontonummer: 1800833047; BLZ: 86055592 oder auch

IBAN: DE27 8605 5592 1800 8330 47; BIC: WELADE8LXXX

Verwendungszweck: Ihren Namen und Ihre Adresse. Das ist besonders wichtig, weil wir sonst nicht wissen können, wohin die Karte geschickt werden soll. Wenn Sie möchten, dass wir die Karte an Freunde oder Verwandte senden, dann muss deren Adresse unter Verwendungszweck erscheinen.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Der Wand der Wände ziert das Titelblatt des neuen Kalenders. Der Tag, an welchem wir auf unserem Khumbu-Trek diesen Ausblick haben, bleibt für viele meiner Gäste in besonderer Erinnerung.

Der Wand der Wände (Lhotsesüdwand, 8516 m) ziert das Titelblatt des neuen Kalenders. Der Tag, an dem wir auf unserem Khumbu-Trek diesen Ausblick haben, bleibt für viele meiner Gäste in besonderer Erinnerung.

Und bevor ich gleich mit dem finalen Packen anfange noch die letzte Neuigkeit: Der neue Kalender für 2015 ist genau heute in den Druck gegangen. Diesmal präsentiere ich die schönsten Trekkingfotos der letzten Jahre. Mehr als 100 Exemplare sind derzeit schon vorbestellt, so dass die Layout- und Druckkosten auch wieder drin sind. Wie in jedem Jahr gibt es nur eine beschränkte Anzahl von 400 Stück, so dass rechtzeitige Bestellung sicher keine schlechte Idee ist. Die Auslieferung der Kalender kann erst ab Mitte August beginnen, wenn ich aus Peru wieder zurück bin.

Die Auswahl fiel wieder einmal ziemlich schwer. Besonders gut machen sich die Bilder sicher bei denen, die schon mal dort entlang gewandert sind :-)

Die Auswahl fiel wieder einmal ziemlich schwer. Besonders gut machen sich die Bilder sicher bei denen, die schon mal dort entlang gewandert sind 🙂

Die letzten Stunden vor der Abreise in die Alpen werde ich nun, wie immer ein wenig hastig, meinen Krempel zusammen packen und morgen noch eine der sich derzeit in meinem Umfeld häufenden 50. Geburtstage besuchen. Und wenn ich mich das nächste Mal melde, dann schon im Angesicht des Monarchen der Alpen, wie der Mont Blanc hochachtungsvoll genannt wird. Bis dahin also erst einmal und ein schönes Wochenende!

 

5 Antworten

  1. Veronica sagt:

    Hallo Olaf,
    na dann …. gute Reise und vor allem: gutes Gelingen während den kommenden Wochen!
    Herzliche Grüße
    Veronica

  2. oliver sagt:

    Mein lieber Olaf!
    Ganz viel Spass und Erfolg auf Deiner Tour. Werde sie sehnsüchtig hier begleiten. Ein Teil der ersten Nepaltruppe diesen Jahres geht auch bald wieder in die Berge, der Hochpfeiler wird das erste Ziel sein. Aus zeitlichen Gründen meinerseits klappts mit dem Mt. Blanc dieses Jahr nun doch nicht, aber der ein oder andere “kleine” ist noch dran.
    Bleib behütet und komm gesund zurück!
    Grüsse aus München…

    • Olaf Rieck sagt:

      Na dann auch viel Erfolg bei Eurer Tour und immer schön vorsichtig sein. Wir haben ja noch gemeinsam einen Sack in Nepal hängen! Herzliche Grüße an alle!

  3. Mayk sagt:

    Hallo Olaf!

    Ich wünsche Dir eine erfolgreiche Reise und bin gespannt auf Deine Berichte. Alles Gute und komm gesund wieder!

    Liebe Grüße aus Erfurt!

    Mayk

  4. Andrea J. sagt:

    Hallo Olaf, eine erfolgreiche Tour, gutes Wetter und komm gesund zurück!
    Herzliche Grüße von Andrea

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