Kathmandu

Zugegeben, ich bin immer ein bisschen nervös in Lukla. Aber natürlich ist man besser beraten, hier völlig emotionslos zu bleiben. Erst im letzten Herbst saßen 2000 ! Trekker in Lukla fest, weil zehn Tage kein Flug nach Kathmandu ging. Es gab keine Unterkünfte und auch nichts mehr zu essen. Doch ändern ließ sich daran nichts. Ich kann mir unschwer vorstellen, welche Szenen sich in dem winzigen Flughafengebäude abgespielt haben müssen. Doch bei uns lief alles wie am Schnürchen. Das Wetter war perfekt, schon kurz nach sieben Uhr saßen wir in der kleinen Dornier 28. Wir hatten beste Sicht und überflogen noch einmal die ganzen Stationen, die wir in den Wochen zuvor abgelaufen sind.

Der Durbar Square (Platz vor dem Königspalast) in Patan, eine der drei Königsstädte im Kathmandutal.

Es war noch nicht halb acht, da landeten wir schon in Nepals Hauptstadt. Ein Bus meiner Agentur brachte uns ins Hotel. Dort wurden aber nur die Rucksäcke abgestellt und dann ging es sofort in mein Lieblingsfrühstückslokal, das Pumpernickel. Anschliessend unternahmen wir gemeinsam einen Erkundungsgang durch Kathmandus Touristenviertel Thamel, und erst danach wurde sich im Hotel auf Vordermann gebracht. Der Freitagnachmittag war dann  mit den unterschiedlichsten Dingen ausgefüllt. Einige begannen mit dem Sightseeing, andere ließen sich massieren und eingekauft wurde natürlich auch. Den Abend verbrachten wir in einem schicken Restaurant.

Man könnte ganze Bildbände mit den einmaligen Gesichtern von Menschen füllen, denen man an solchen Tagen an den großen religiösen Orten Kathmandus begegnen kann.

Am gestrigen Sonnabend hatten wir einen Bus der Agentur und einen Stadtführer gechartert. Zuerst ging es zum Affentempel, von dem man einen Blick über das ganze Kathmandutal hat, anschließend nach Patan, einer der drei Königsstädte im Tal und zuletzt zur größten Stupa der Welt in Bodnath. Es ist gar kein Problem, sich an allen drei Sehenswürdigkeiten ganze Tage aufzuhalten und nur zu schauen. Und wir hatten gestern auch noch das Glück, dass wir an einem Sonnabend unterwegs waren. Das ist hier in Nepal der arbeitsfreie Wochentag. Tausende von Menschen sind auf den Beinen, um zu feiern und ihren Göttern zu opfern. Es wird eine Weile dauern, die ungeheure Vielzahl an Eindrücken zu verarbeiten und noch länger, die Unmenge an Fotos zu sichten, die wir alle geschossen haben.

In Patan trafen wir an einer Shiva gewidmeten Tempelanlage diese Frauen, die damit beschäfigt waren, kunstvoll einhunderttausend Kerzendochte in eine Schale zu legen. Dann verkauften sie diese Schalen an zahlungskräftige Pilger, die diese dann entzündeten. Mit einem Schlag hatten die Pilger dann nicht ein oder zwei sondern gleich einhunderttausend Kerzen für Shiva geopfert.

Heute nun der nächste Tag unterwegs mit Bus und Stadtführer. Baktapur, eine weitere der drei Königsstädte und Pashupatinath, eine der weltweit wichtigsten hinduistischen Tempelanlagen stehen auf dem Programm. Ich bin heute leider nicht mit dabei, denn ich muss noch ein bisschen was tun, wie zum Beispiel news schreiben und die Abrechnung mit der Agentur machen.

Die Riesenstupa von Bodnath ist ein besonderer Platz. Erstens ist es das Zentrum der Exiltibeter in Kathmandu. Ständig kann man dort tibetische Pilger treffen. Ausserdem ist Bodnath ein Ort der Ruhe und Besinnung in dem oft wahnsinnig anmutenden Treiben in Nepals Hauptstadt.

Morgen schon geht es unwideruflich heimwärts. Ich habe von einigen gehört, dass sie am liebsten noch ein paar Tage hierbleiben würden, und das liegt sicher nicht nur an der Faszination von Kathmandu. Die ganze Reise war ein runde Sache und sehr harmonisch. Und das ist in diesem Fall schon ziemlich bemerkenswert und keineswegs selbstverständlich. Denn wir mussten ja mächtig umdisponieren. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn die Meinungsverschiedenheiten größer gewesen wären. Denn es ist eine Tatsache, dass einige sehr wohl die Überquerung aller drei Pässe weiter hätten verfolgen können. Und bei denen möchte ich mich besonders bedanken. Bei den anderen war vor allem ihr Kampfgeist beeindruckend. Ich habe buchstäblich noch nie jemanden wie Isolde erlebt. Sie hat mehr geleistet als wir anderen zusammen. Und doch kam kein Wort der Klage über ihre Lippen. Ich sagte ja schon, dass man von den Gästen oft auch lernen kann.

Wenn man etwas gut kann in Kathmandu, dann essen. Allerdings sollte man dringend ein paar Regeln beachten. Aber in dieser als auch in vielerlei anderer Hinsicht waren meine Gäste unheimlich pflegeleicht.

Es hat mir großen Spass gemacht, mit Euch unterwegs gewesen zu sein. Danke für die gemeinsame Zeit und auch den regen Gedankenaustausch. Und ich ahne, es war bei dem einen oder anderen von Euch nicht der letzte Besuch in Nepal.

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16 Antworten

  1. Veronica sagt:

    Schade, dass die Reise bald endet und somit auch diese spannende News-Serie zu Ende geht! Ich wünsche allen, vor allem dir Olaf, eine gute Heimreise!
    Veronica

  2. Heidrun sagt:

    Euch allen gute Heimreise. Olaf einen lieben Dank für die hervorragende Leistung bei all seinem Tun um die und mit der Gruppe.
    Wir glauben euch, dass ihr gern noch bleiben möchtet, aber wir freuen uns, wenn ihr wieder bei uns seid.
    LG H+Eb.

  3. Steffi sagt:

    Schade, schade, leider hat die sehr interessante Berichterstattung erst einmal ein Ende. Ihr habt uns dieses uns so fremde Land/Region etwas näher gebracht. Es war alles spannend, was geschrieben wurde, die Bilder sind toll (wir hoffen aber trotzdem auf mehr). Allen eine gute Heimreise. Besonderen Dank an Olaf, der das mit euch alles so super gemeistert hat. Wir werden jetzt öfters mal auf die Seite schauen. Also Heike und Peter, bis hoffentlich bald hier in Thüringen!
    Kommt gut nach Hause, euer Klemmtor wartet auf euch. Hauptsache, ihr müsst nicht auch über den Zaun klettern (aber das dürfte ja jetzt keine Hürde mehr sein…)

  4. ERGO sagt:

    Danke an Dr. Olaf Rieck, an Peter G. und die anderen Trekkinggäste für die tolle Reise durch das Land Nepal, das Land mit den höchsten Bergen der Welt, an der wir teilnehmen durften.
    Die sachlichen Schilderungen der Höhepunkte der einzelnen Tagesetappen und die schönen Bilder vermittelten uns zeitnahe und autentische Eindrücke von den schönen, doch auch bis an die Leistungsgrenze gehenden Momente bei Neuschnee am Pass. Wir haben gesehen, gefühlt und erlebt.
    Bis jetzt ist mit viel, sehr viel Herzblut gleich alles geschafft. Anerkennung und Glückwunsch!!!
    Für den Rest der Tour noch schöne Erlebnisse und glückliche Heimkehr. Ernst und Rita aus WR am Harz.

  5. Annett K.-A. sagt:

    ABSCHIED
    Vielen Dank, dass wir Eure Zaungäste sein durften – Dr. Olaf, der Technik und den modernen Medien sei Dank. Was haben wir uns für und mit Euch gefreut, gewartet, gesehen, miterlebt und mitgefühlt. In Gedanken waren wir bei Euch und versuchten, mit unseren Grüßen zu motivieren und Eure Seelen zu streicheln.
    Es hat großen Spaß gemacht, Euch bei Eurem Erlebnis zu begleiten. Einmalig? – Für diesen Moment vielleicht; aber man trifft sich bekanntlich immer zweimal im Leben!
    Eine glückliche Heimreise!
    Annett

    • Annett K.-A. sagt:

      PS: Vielen Dank natürlich auch all den daheimgebliebenen „Schreiberlingen“ und Leidensgenossen in spe. Eure Kommentare waren glänzend und humorvoll und trösteten über so manche Funkstille vom Dach der Welt hinweg. LG Annett

  6. Axel G. sagt:

    Na, da haben wir die Regina ja bald wieder.
    Vielen Dank für die tolle Berichterstattung und die einmaligen Bilder. Und natürlich freuen wir uns schon auf die Bildberichterstattung im heimischen Wohnzimmer.
    Lukla, ja den Flugplatz hätte ich mir auch gern mal angetan. Aber ist ja alles gut gegangen.
    Kommt gut nach Hause. Das dürfte ja so gut gestärkt kein Problem mehr sein.
    Grüße von Axel und Sylvia

  7. Grell Ludwig sagt:

    Gute Heimreise an EUCH Heike und Peter.
    ICH hoffe auf vieles von der Tour zu erfahren.Gruß Ludwig

  8. Viola sagt:

    Die Vorfreude auf das Wiedersehen lässt manches vergessen:
    – die Sorgen vor Reisebeginn
    – die Tage ohne Nachricht aus den Bergen
    – die Zeit zu Hause ohne Euch.
    Ich bin sehr froh und dankbar als Zaungast (Danke Annett) durch manches Astloch habe schauen zu dürfen. Das Tor zur Heimreise ist nun erreicht (und es klemmt kein bisschen).
    Ich wünsche Allen einen guten Flug und zu Hause ein herzliches Willkommen-
    und Pläneschmieden.
    PS. Lieber HP ich freue mich auch auf Deine Thilo-Bilder und die spannenden Geschichten dazu.

  9. Julia sagt:

    Tolle Bilder, tolle Reiseberichte.
    Haben ganz interessiert von eurer Reise gelesen.
    Senden viele Grüße an alle Abenteurer, insbesondere an Heike und Peter, und wünschen eine gute Heimreise.
    Die 4 Grafs aus Olching.

  10. Bianca sagt:

    Auch wir wünschen Allen eine gute Heimreise! Danke daß wir dabei sein durften- es war auch für uns eine tolle kurzlebige Zeit und wir sind im Gedanken mit gegangen, haben mitgefiebert und uns für Euch gereut! Für Eure Leistung ziehen wir den Hut! Laßt die Eindrücke noch lange auf euch wirken und gebt uns in wunderschönen Berichten viele Bilder zu sehen! Wir freuen uns schon drauf und natürlich auf das Wiedersehen!!! Gute Flug und bis bald!!!

  11. Mutti sagt:

    Einen letzten Gruß an alle und vielen Dank für die sehrgute Berichterstattung . Ein besonderes Dankeschön an Dr. Olaf ,er hat die Gruppe sehr gut durch Höhen und Tiefen geführt . Einen guten Flug , wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen mit Heike u. Peter. Mutti

  12. Jürgen G. sagt:

    Eigentlich ist schon alles gesagt:
    Danke, daß wir an Eurem Abenteuer teilhaben und Euch auf Eurer tollen Reise begleiten durften. Die spannenden Berichte im Web wecken die Neugier auf mehr…

    Ich wünsche Euch ruhige, angenehme Heimflüge.
    Kommt alle wieder gut und gesund nach Hause.

  13. Petra sagt:

    Hallo, Ihr Helden des 21. Jh.; Heike-Schätzelein und Peter!
    Hoffe, Ihr hattet auch einen schönen Urlaub.
    Freue mich schon bei einem Wiedersehen auf Heikes Fotos und Peters Reiseberichte:o))…trotz Teilnahme im worldwide net…Bis bald und LG!

  14. H.-Peter sagt:

    Heimreise, Abu Dhabi am 12.03.12 nachts.
    Vier Wochen gingen schneller vorbei als gedacht. Wir haben wirklich sehr viel erlebt, auch wenn die Paesse nicht so geklappt haben wie geplant. Das hatte viele Ursachen. Den Erlebnissen tat das keinen Abbruch. Die angestrebten Hoehen haben wir erreicht, die tollen Blicke haben wir gesehen. Die Goettin Mutter Erde hat vor uns ihren Schleier gelueftet und sich in ihrer ganzen Pracht gezeigt. Viel wichtiger aber, es gab viele Begegnungen mit den Menschen in diesem Land. Die Beobachtungen am Wegesrand sind es, die so eine Reise ausmachen. Und so bin ich froh, dass wir von unten, von Jiri losgelaufen sind. Oberhalb von Namche Bazar nehmen die einfachen Haeuser ab, es dominieren die Lodgen. Der Reiz der hohen Berge bleibt natuerlich und der Khumbu-Eisbruch bleibt ein Ziel. Aber unser Trek war rundum gelungen, wie die Gruppe, die ihn ohne grosse Konflikte bewaeltigt hat. Danke an Olaf und alle die dabei waren. Wir kehren reich zurueck.

  15. Jens K. sagt:

    Hallo Olaf,
    ich freue mich mit Euch, dass alles so gut funktioniert hat, aber Du tust dafür ja auch einiges. (;-)
    Beim Verfolgen des – wie immer – interessanten Blogs, kamen alle Erinnerungen aus dem vergangen Jahr wieder bildhaft ins Bewußtsein. Sie haben mir bei der Zusammenstellung meiner persönlichen Diashow, die ich gerade gestern erst abgeschlossen habe, sehr geholfen. Die Verarbeitung aller Eindrücke, Fotos und Videos dauert also, wie in einem Bericht zu lesen war, wirklich sehr, sehr lange!
    Ich kann nur allen Lesern das Blogs raten, sich selbst auf die(se) Reise zu begeben …
    Alles Gute für Euch dann im Karakorum, bis hoffentlich zum Treffen im Herbst, beste Grüße
    Jens

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