Wetterwahnsinn!

Eigentlich hatten wir das dritte Oktoberwochenende für unser Kennenlerntreffen in der Sächsischen Schweiz anvisiert. Aber da gab es bei einigen Terminprobleme. Leider! Denn für diese Tage hatte sich großartiges Herbstwetter angekündigt. Deshalb war eigentlich klar, dass zu unserem neuen Termin eine Woche später das Wetter garantiert mies sein würde. Aber dem war nicht so, im Gegenteil. So ein Stiegen- und Kletterwochenende steht und fällt nun mal mit dem Wetter, unter anderem weil ja am empfindlichen Sandstein bei Nässe gar nicht geklettert werden darf. Er verliert, wenn er feucht ist, einen Großteil seiner ohnehin schon nicht sehr großen Festigkeit. Aber meine Sorgen waren unbegründet, denn wir hatten das ganze Wochenende Kaiserwetter.

Mein Team für die Nepaltour 2012 hat nicht weniger als drei Peters zu bieten. Im Hintergrund (Mitte) übrigens unser Kletterfelsen in den Schrammsteinen. Die schlanke "Tante".

Von Anfang an lief alles wie am Schnürchen. Alle hatten sich am Freitagnachmittag pünktlich am Treffpunkt eingefunden, niemand steckte im Stau. Wir schafften es noch halbwegs im Hellen in unsere Boofe, also unserem Schlafplatz unter einem überhängenden Felsen. Sie war auch noch frei, keiner machte uns unser “Hotel” streitig. Wir richteten unsere Schlafplätze ein, entfachten ein kleines Feuerchen und dann kochte ich für alle ein Dreigängemenü mit Vorsuppe, Hauptgericht und einem Pudding als Nachspeise. Anschließend gab es Glühwein. Man muss es erlebt haben, um zu wissen, wie gemütlich so ein Boofenabend sein kann.

Am zweiten Tag ging es dann auf Stiegentour. Für Ortsunkundige jedesmal aufs Neue eine interessante Erfahrung, wie Wanderwege in der Sächsischen Schweiz beschaffen sein können. Ganz besonders beeindruckt hat meine Gäste eine sächsische Kindergruppe in der Häntzschelstiege, die angeführt von einem alten Bergsteiger fröhlich und ziemlich unbekümmert dort geklettert ist. Mich hat beeindruckt, wie fit meine Gäste in diesem Jahr sind. In Rekordzeit haben wir die etwa 25 Kilometer lange Runde mit den insgesamt fünf Stiegen hinter uns gebracht und sind dabei keineswegs gehetzt. Tja und deshalb fielen wir unüblicherweise noch in die Schrammsteinbaude ein und haben uns für die gute sportliche Leistung mit einem Abendessen belohnt.

Am gestrigen Sonntag sind wir dann alle der Tante auf den Fels gerückt. Für mich einer der schönsten Gipfel im an schönen Gipfeln reichen Sächsischen Gebirge. Das liegt vor allem auch daran, dass sie über dem beeindruckenden Amphitheater der Schrammsteine thront. Man hat dort oben also nicht nur einen tollen Blick über das Elbtal sondern kann sich auch die höchsten Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz aus der Nähe ansehen.

Ich hatte für meine Gäste die Tante aber nicht nur wegen des Ausblicks sondern auch wegen der großgriffigen Kletterei ausgesucht. Allerdings war unser “Weg” wie die Kletterrouten im Sächsischen genannt werden, so einfach dann doch nicht. Die Tante ist steil, die Kletterei ausgesetzt. Man muss also schon die “Hände aus den Taschen nehmen”, um dort hoch zu kommen. Alle ausser einem Herren, den ich hier nicht näher nennen möchte, haben den Mut aufgebracht und sich an der Besteigung der Tante versucht. Doch der Höhepunkt dieses Wochenendes war das noch nicht.

Zum Abschluss kann jeder, der sich traut, eine der spektakulärsten Abseilen der gesamten Sächsischen Schweiz kennenlernen und sich natürlich auch dort abseilen. Es macht einen Heidenspass in die glücklichen Gesichter zu schauen, wenn meine Gäste sich überwunden haben und heil unten angekommen sind. Man hat also oft doch mehr Mut und Kraft als man glaubt.

Für mich ist es jedes Mal etwas Besonderes, mit meinen Gästen in der Sächsischen Schweiz unterwegs zu sein, sie kennenlernen zu dürfen und ihnen meine Heimat zu zeigen, mit der ich mich so sehr verbunden fühle. Bleibt mir nur zu hoffen, dass es meinen Gästen auch so gut gefallen hat wie mir. Und bis nach Nepal ist es nicht mehr so lange hin.

2 Antworten

  1. Peter sagt:

    Hallo Olaf,

    Du hast vollkommen Recht, es war ein phantastisches Wochenende, nicht nur das Wetter.
    Die Erfahrungen vom Sonntag haben sich gelohnt. Bis zum Sonnabend hätte ich meinen Kopf gegen einen Zentner Zuckerwatte verwettet, daß ich sowas niemals machen würde.
    Man sollte eben niemals nie sagen.

    Vielen Dank an Dich und natürlich auch an Ronald und
    viele Grüße an die Truppe.

    Peter III.

  2. H.-Peter sagt:

    Hallo Olaf,

    auch von mir mir nochmal danke für ein tolles Erlebnis. Das war rundum klasse und macht Lust auf mehr. Hätte nie gedacht, dass eine alte, runzlige Tante so viel Spaß machen kann …

    Grüße an Ronald und alle aus unserer Gruppe

    H-Peter

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