Die Perle Pakistans, Teil 1

Man kann das leicht zusammenfassen. Mit der Agentur, welche vor Ort die Reise organisiert, also die Genehmigungen einholt, Träger bucht, Fahrzeuge besorgt, Hotels auswählt, das Basislageressen auswählt und einkauft usw. steht und fällt ein solches Unternehmen, wie unsere Reise hier in Pakistan.

Ich bin zumindest davon überzeugt, dass mit den HUNZA GUIDES nun schon zum vierten Mal eine der fähigsten und am besten vernetzten Agenturen in ganz Pakistan für mich arbeitet. Das ist ein großes Glück, und ich weiß das sehr zu schätzen.

Qasim (oben Mitte) und rechts daneben sein Bruder Amir (Gründer und unumstrittener Chef der HUNZA GUIDES), beim Welcome Dinner im Restaurant Kandahar in Islamabad.

Der Name dieser Agentur kommt nicht von ungefähr. Amir Ullah Khan, der Gründer und Eigentümer kommt aus dem Hunza Valley im Distrikt Gilgit-Baltistan. Es ist ein 1997 gegründetes Familienunternehmen, welches von ihm und seinen Brüdern Sammy und Qasim und seinen Söhnen Zeeshan und Faizan geführt wird.

Jedesmal, wenn ich nach Pakistan komme, weisst mich einer von den eben genannten Herren darauf hin, dass ich zwar nun zum x-ten Mal in der Baltoro-Region war, die ihrer Meinung nach schönste Ecke Pakistans aber noch nicht kenne. Nämlich ihre Heimat, das Hunza-Tal.

Das untere Hunzatal aufgenommen von Karimabad. Der Berg in der Mitte des oberen Bilddrittels ist der Rakaposhi.

Aber genau jetzt ändert sich das gerade! Wir sind gestern mit einem bequemen Minibus in acht Stunden Fahrzeit von Skardu über Gilgit nach Karimabad ins Hunza-Tal unweit der afghanisch-chinesischen Grenze gefahren.

Das Tal erstreckt sich bis auf eine Höhe von 3500 Meter und wird umgeben von gleich einer ganzen Reihe weltbekannter Berge wie dem knapp 8000 Meter hohen Rakaposhi, sowie den 7000ern Ultar Sar, Diran, Spantik und vielen anderen mehr. Unterteilt wird das Hunza Valley in Upper-, Zentral-, und Lower Hunza. Letzteres befindet sich auf ca. 1500 Metern.

In der Bildmitte der 6207 m hohe Hunza Peak und links daneben die genau 6000 m hohe Felsnadel Bublimotin, deren Spitzname „Ladyfinger“ aber viel bekannter ist. Aufgenommen habe ich das Foto im frühen Morgenlicht vom sogenannten Eaglenest, einer Anhöhe oberhalb von Karimabad.

An den Steilhängen unterhalb der Gebirgszüge liegen wunderschön gebaute, zum Teil Jahrhunderte alte Terrassen, auf denen die Talbewohner, Hunzakuts genannt, ihre Lebensmitteln anbauen. Bekannt ist die Hunzamarille, kultiviert werden aber auch Mandeln, Walnüsse, Aprikosen, Äpfel, Birnen, Kirschen, und seltener auch Weinstöcke. Auf den Feldern wird überwiegend Getreide und Kartoffeln angebaut, aber auch Gemüse.

Die Hunzakuts zählen zu den gesündesten und ältesten Menschen auf der Erde. Oft hört man, dass das Hunzatal das Tal der Hundertjährigen wäre. Und natürlich versuchten auch Wissenschaftler herauszufinden, ob das wirklich so ist, und warum die Menschen des Tales bei bester Gesundheit so alt werden.

Der 7027 m hohe Spantik im Abendlicht mit seinem berühmten 2200 m hohen „Golden Pillar“ auf der Nordseite des Berges. Dieser Pfeiler zählt zu den großartigsten und schwierigsten Klettertouren des gesamten Karakorum.

Und tatsächlich, die Ernährung, die Bergluft, das Gletscherwasser sind wohl einige der Gründe. Dazu kommt noch die Tatsache, dass eine ganzjährige Selbstversorgung in dieser Höhenlage nicht möglich war. Und so wurde den Menschen eine von der Natur auferlegte Fastenzeit verordnet, in der sich von getrockneten Aprikosen und Nüssen ernährt wurde.

Ein weiterer bemerkenswerter Umstand ist die über viele Jahrhunderte sehr isolierte Lage des Tales, die erst mit dem Bau des Karakorum Highway in den 1980er Jahren ihr Ende fand. Deshalb ranken sich viele Legenden sich um das Tal, unter anderem auch die vom Shangri La. Interessant ist auch, dass im Hunza-Valley mehr als 900 Jahre ein Fürstenstaat bestand, welcher erst 1974 seine Unabhängigkeit aufgeben musste.

Die Festung Baltit hoch über Karimabad errichtet, war lange Zeit der Hauptsitz der Herrscher von Hunza. Sie kann auf eine 700 jährige Geschichte zurück blicken und steht natürlich auch auf unseren Besichtigungsprogramm.

Bis zum 15. Jahrhundert war das Hunzatal mehrheitlich buddhistisch geprägt, seit dem hat der Islam den Buddhismus verdrängt. Überall im Tal zeugen Artefakte an zahlreichen archäologischen Fundstätten von der ehemaligen Präsenz des Buddhismus.

Wir waren also sehr neugierig auf das legendäre Tal und schon auf der Fahrt nach Karimabad, dem Hauptort im Tal, wurden wir mächtig beeindruckt.

Was uns da gleich am Taleingang so überaus fasziniert hat, dass erfahrt Ihr, wenn Ihr wollt, im zweiten Teil über unsere Reise in eines der schönsten Täler Pakistans.

zum Teil 2

Das könnte dich auch interessieren …

Eine Antwort

  1. JReindl sagt:

    Thank you for this enlightening bit of information on such a remotely rugged and amazing part of the world! Anxiously awaiting Part 2. The photos of the pointy and jagged peaks are awesome!
    Thank you for the post card–so excited to receive something in the mail from Pakistan! Took about 2 .5 weeks from Pakistan to Montana, USA! Not bad!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen