Concordia Kino – Ein Resümee

Die Trekkinggruppe der Pakistanreise schaut zurück…

Während unsere drei Bergsteiger nun zum Gipfel aufbrechen, sind wir, die Trekkinggruppe seit 14 Tagen wieder zurück in der Zivilisation. Wir alle wurden vor unserer großen Reise, in Verbindung mit der Frage: “Was, du fährst nach Pakistan, ist das nicht gefährlich?” oftmals mit großen Augen angeschaut. Gefährlich? Unsichere Lage? Was wir dann in Pakistan erlebt haben, war jedoch das ganze Gegenteil. 

“Welcome to Pakistan” – diesen freundlichen Ausspruch bekamen wir des Öfteren zu hören, während wir über einen Markt in Islamabad schlenderten. Fröhliche Gesichter schauten uns neugierig an und forderten uns auf, doch mal ein Foto von ihnen zu machen. 

Auch während unserer abenteuerlichen Jeepfahrt, die mit einigen Hindernissen verbunden war, sprühte es von allen Seiten gute Laune und gegenseitige Hilfsbereitschaft. Stecken gebliebene Jeeps wurden gemeinsam aus den schlammigen Pfützen befördert, damit wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Auch durften wir nach einigen Gesprächen über ein privates Feld fahren und es wurde einheimische Musik gehört. Unser Jeepfahrer war zudem auch nur ein einziges Mal während der 8-stündigen Fahrt der Meinung: “This is a dangerous part!”. 

Unsere hoch professionellen Jeepfahrer, die uns heil von Skardu durch das Shigar-Tal nach Askoli gebracht haben. (Foto: Janina Graeber)

Während des gesamten Aufstieges hatten wir fantastisches Wetter. Unsere Küchencrew hat uns die ganze Zeit perfekt umsorgt und uns jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Zum Mittagessen wurde fein säuberlich das gesamte Geschirr auf einer Decke ausgebreitet und neben der Suppe gab es dann auch noch Nudeln, Obst und Kekse. Als es in den höheren Regionen deutlich kälter wurde, fragte unser Koch jeden Abend, ob noch jemand eine Wärmflasche braucht. Wenn einer von uns während des Trekkings mal etwas geschwächt war, haben sich Guide und Träger sehr fürsorglich um uns gekümmert. Man hätte fast meinen können, wir hätten einen Wellness-Urlaub gebucht.

Zeit fürs Mittagessen zwischen Bergen, Bäumen und direkt am Wasser. Besser gehts nicht. (Foto: Janina Graeber)

Doch unser Pakistan-Abenteuer wäre kein Abenteuer gewesen, wenn alles absolut reibungslos geklappt hätte. Eines der wichtigsten Themen auf dem Anmarsch, war die Frage, ob denn unsere Passüberschreitung über den etwa 5700 m hohen Gondogoro Pass gelingen würde? Was machen wir, wenn einer von uns krank oder zu geschwächt sein würde? Haben wir ausreichend Ruhetage? Kommen wir überhaupt über den Pass oder liegt gar zu viel Schnee? Würden die Träger über den Pass kommen, wenn die Verhältnisse schlecht sind? Welche Alternativen gibt es? 

Um so höher wir kamen, um so mehr Leute trafen wir, die von unglaublichen Schneemassen berichteten. Wir konnten es nicht glauben, da um uns herum zu diesem Zeitpunkt kein einziger Krümel Schnee lag und der Ort, wo die Schneemassen liegen sollten, kaum 500 m höher war.

All die Gedanken und möglichen Pläne die wir uns gemacht hatten, waren dann jedoch plötzlich unwichtig – die Natur hatte entschieden: Der Gondogoro Pass konnte zu dieser Zeit nicht überschritten werden, da zu viel Schnee lag, als dass die Träger mit dem schweren Gepäck diese Etappe hätten meistern können. Zu dem waren die Fixseile im Abstiegsbereich des Passes mit Schnee und Eis bedeckt. 

Wir saßen alle in der ersten Reihe im “Concordia Kino” und der Freilichtfilm hieß: K2. (Foto: Darren Krockhaus)

In diesen Momenten begreift man, wie wenig man doch selbst ausrichten kann in einer solchen Umgebung. Individuelle Befindlichkeiten spielen dann keine Rolle mehr. Alle müssen sich der Natur beugen. Um so mehr wird einem deutlich, wie viel Einfluss wir auf unser eigenes Leben in der Ebene haben und unser Glück an vielen Stellen gestalten können. Genau an diesen Punkten sollten wir unsere Energie investieren und uns nicht über irgendwelche “Schneeflocken” aufregen, an denen wir sowieso nichts ändern können. 

Die gesamte Crew am vorletzten Tag unserer Trekkingreise mit allen Trägern, der Küchenmannschaft, dem Guide und den Trekkinggästen. (Foto: Darren Krockhaus)

Wir, die Trekkinggruppe, hatten sehr viel Spaß, haben ein wunderschönes Land mit sehr offenen, hilfsbereiten und fröhlichen Menschen kennengelernt und durften ein einzigartiges und unvergessliches Abenteuer erleben. Vielen Dank für die tolle Unterstützung durch unsere pakistanischen Hunza Guides und unsere 3 Bergsteiger Olaf, Sven und Jacob. 

Katrin, Holger, Simona, Wolfgang, Stephan, Laureen, Darren und Janina

1 Antwort

  1. Jens K. sagt:

    Hallo Janina, Holger und alle anderen,
    Euer Bericht macht Mut, es vielleicht auch einmal nach Pakistan zu versuchen. Schön, dass für Euch alles zu einem guten, versöhnlichen Ende (auch ohne Gondogoro) gekommen ist. Gratulation!
    Nun hoffen wir auf gutes Wetter für die drei Gipfelstürmer.
    Bis demnächst
    Jens

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