Auf dem Sprung

Es sind nur noch Tage, dann ist es schon wieder soweit. Ich werde mit meiner diesjährigen Gruppe in den Himalaya aufbrechen. Das Hauptziel ist ein wunderschöner Sechstausender, mitten im Herzen der Everest-Region. Von seinem Gipfel werden wir einen gänzlich freien Blick auf den höchsten Berg der Welt haben.

Der 6169 m hohe Nirekha von Westen aus gesehen.

Der 6169 m hohe Nirekha von Westen aus gesehen.

Lange Zeit befand sich der Nirekha in einer Art Dornröschenschlaf. Erst im Jahr 2003 wurde er durch Matt Fioretti und Greg Valentin zum ersten Mal bestiegen. Doch verwundert mich das nicht. Selbst Erstbesteigungen sind bis zum heutigen Tag in dieser Gegend noch möglich. Zu groß ist die Anziehungskraft der weltberühmten Bergriesen, allen voran des Mount Everest, die den Nirekha regelrecht umstellen. Und doch hat dieser Berg das Zeug dazu, seinen Bekanntheitsgrad rasch zu steigern.

Abstieg2

Die Schwierigkeiten am Nirekha sind moderat. Auf der Berg- und Hochtourenskala des Schweizer Alpen Clubs rangiert der Normalweg mit AD+.

Er ist relativ leicht zu erreichen und auch der Aufstieg selbst ist technisch nicht allzu schwierig, vor allem, wenn Fixseile eingesetzt werden. Allerdings ist die Besteigung eines Sechstausenders immer eine große Herausforderung, besonders von der konditionellen Seite.

Es ist ein schier unendliches Gipfelmeer, welches sich vor einem vom höchsten Punkt des Nirekha erstreckt. Ganz sicher einmalig auf unserem Planeten!

Es ist ein schier unendliches Gipfelmeer, welches sich vor einem vom höchsten Punkt des Nirekha erstreckt. Ganz sicher einmalig auf unserem Planeten!

Das Basislager !! liegt satte 300 m über der Gipfelhöhe des Mont Blanc. Das darf man einfach mal nicht unterschätzen. Selbst moderate Schwierigkeiten, die in den Höhenlagen der Alpen souverän gemeistert werden, stellen unter den extremen klimatischen Bedingungen und der Exposition großer Höhe immer besondere Anforderungen vor allem an den Willen und die Leidensfähigkeit der Gipfelaspiranten. Niemand sollte das verschweigen.

Drei Achttausender auf einem Bild: Everest, Lhotse, Makalu und mein Bergsportausrüster tapir, ohne den ich nirgendwo mehr hingehe.

Drei Achttausender auf einem Bild: Everest, Lhotse, Makalu und mein Bergsportausrüster tapir, ohne den ich nirgendwo mehr hingehe: www.tapir-store.de

Deshalb ist eine solche Besteigung immer ein großartiges Erlebnis, von dem man für den Rest seines Lebens zehren kann. Und zwar auch dann, wenn man womöglich nicht ganz oben war. Denn mehr Expeditionsfeeling, mehr Kontakt mit den höchsten und schönsten Weltbergen, mehr Erfahrungen mit sich selbst in einer absolut spektakulären Umgebung geht einfach nicht mehr.

Das ist der Grund, warum man eigentlich ganz entspannt an die Sache heran gehen könnte. Egal wie weit man kommt, es wird immer eine besondere Erfahrung sein, die einen an einem solchen Berg erwartet. Darauf kommt es an und auf die Qualität des nächsten Schrittes, den wir hier tun. Alles andere ergibt sich dann von selbst.

7 Antworten

  1. Veronica sagt:

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr so schönes Wetter wie auf diesen Bildern haben werdet!!

  2. Peer sagt:

    …und wieder eine Deiner unwiderstehlichen Einladungen in Worten und Bildern, wie sie für diese traumhaft schöne Region treffender nicht sein könnte.
    Kein Berg- und Naturfreund der da nicht mindestens Fernweh bekommt.
    Alle guten Wünsche, verbunden mit der Hoffnung, daß diese Touren noch viele Jahre in dieser Form möglich sind.

  3. Elke sagt:

    …ich wünsche mir, das nun endlich Träume war werden… wie auch immer alles kommen wird.
    Ich freue mich auf unsere gemeinsame Reise lieber Olaf.
    LG Elke

    • Olaf Rieck sagt:

      Ich mich auch. Wie schön, wenn man den Mut hat, die Dinge einfach auch mal zu tun, als immer nur davon zu träumen. Dazu, liebe Elke, kann ich Dir nur gratulieren, denn ich weiß genau, dass es schwierig ist. Aber wenn es einfach wäre, dann würde das ja jeder machen…

  4. Mayk Zieschang sagt:

    Hallo Olaf!
    Ich brenne wieder darauf, Deine Reiseberichte mit zu verfolgen. Auch auf Deine Bilder werde ich mich freuen. Ich wünsche Dir und Deiner Mannschaft zunächst erst einmal eine gute Anreise, sowie einen erfolgreichen Start der Tour. Viel Glück also und grüß bitte Nepal von mir!
    LG Mayk

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