Gute Zeiten, schlechte Zeiten 2

Ich wusste Christian nichts zu sagen. Alle in diesem Team hatten es mehr als verdient, für die Mühen der vergangenen Tage belohnt zu werden. Doch Karin und Christian wurden nun um diesen Lohn betrogen.

Wir brachen etwas verspätet zu sechst in zwei Seilschaften auf. Sabine hatte mich schon am Abend zuvor informiert, dass sie aus persönlichen Gründen nicht mitkommen wollte. Ich fand das auch sehr schade, denn ein solches Geschenk vom Berg bekommt man nicht alle Tage.

Der Aufbruch startete ein halbe Stunde verspätet, weil unsere Küchenjungs sich wohl etwas verschätzt hatten. Beim nächsten Mal werde ich im Hochlager auf eine Küche sicher verzichten.

Der Aufbruch startete ein halbe Stunde verspätet, weil unsere
Küchenjungs sich wohl etwas verschätzt hatten. Beim nächsten Mal werde ich im
Hochlager auf eine Küche sicher verzichten.

Denn die Bedingungen konnten nicht besser sein. Kein Wind, hart gepresster Untergrund, sternenklar und bitter kalt. So wie es sein soll. Doch Janina und Ronny mussten nach etwa einer Stunde Aufstieg trotzdem passen. Beide hatten vor wenigen Tagen erst die Antibiotika abgesetzt. Vielleicht steckte ihnen ihre Erkältung noch in den Knochen. Mit einem Funkgerät ausgerüstet kehrten die beiden um und meldeten sich bald danach wieder aus dem Hochlager.

Katrin, die mit Janina und Ronny gegangen war, hing sich nun in das Seil von Urs, Sven und mir ein. Es gut vorwärts in unserer Vierergruppe. Und das blieb auch so, als Katrin oberhalb der 6000-Meter-Marke immer mal eine Pause einlegen musste. Sie hatte verständlicherweise Angst, die beiden sehr fitten Jungs aufzuhalten. Dem war aber ganz und gar nicht so. Wir lagen gut in der Zeit. Allerdings ist es gar nicht so einfach gewesen, mir diesbezüglich bei ihr Gehör zu verschaffen.

Der spannendste Abschnitt am Mera Peak ist die Querung vom 6461 m hohen Mittelgipfel zum 15 m höheren Nordgipfel. Bemerkenswerterweise geben sich wohl fast alle mit dem Mittelgipfel zufrieden, obwohl dieser definitiv nicht der höchste Punkt des Berges ist.

Der spannendste Abschnitt am Mera Peak ist die Querung vom 6461 m
hohen Mittelgipfel zum 15 m höheren Nordgipfel. Bemerkenswerterweise geben sich
wohl fast alle mit dem Mittelgipfel zufrieden, obwohl dieser definitiv nicht der
höchste Punkt des Berges ist.

Am Fuß des Mittelgipfels legten wir eine längere Pause ein, um Katrin Zeit zu geben, sich ein wenig zu erholen. Und ich wollte den weiteren Weg erkunden. Sven begleitete mich dabei. Wir querten um den Mittelgipfel und waren dann sehr erleichtert, weil sowohl diese Querung als auch der Grat hinauf zum Gipfel relativ leicht erschienen. Wir gingen zurück, um Urs und Katrin zu holen, doch die beiden kamen uns schon entgegen.

Sven stieg aber noch mal bis zum Rastplatz ab, um weitere Seile zu bringen. Für die letzten paar hundert Meter den Hauptgipfel hinauf hielt ich es für sicherer, noch ein paar Seile zu fixieren. Zeit hatten wir dafür genug, denn es war erst kurz nach 10 Uhr. Und dann ging alles relativ rasch. Die Sicht war perfekt, es ging noch immer kaum Wind. Wir waren echte Glückpilze und fühlten uns wie die Könige der Welt, als wir eine halbe Stunde später auf dem Gipfel eintrafen. Und wenn ich mich recht erinnere, waren in den Minuten da oben ganz viele Emotionen im Spiel.

Es ist eine Tatsache, dass der Blick vom Mera Peak auf die Khumburegion des Himalaya vielleicht der aufregendste Bergblick überhaupt ist. Gleich fünf Achttausender und viele Dutzende von Sechs- und Siebentausendern präsentieren sich da oben. Demnächst ist dieser spektakuläre Blick übrigens als Panorama in meinem online shop zu haben.

Es ist eine Tatsache, dass der Blick vom Mera Peak auf die
Khumburegion des Himalaya vielleicht der aufregendste Bergblick überhaupt ist.
Gleich fünf Achttausender und viele Dutzende von Sechs- und Siebentausendern
präsentieren sich da oben. Demnächst ist dieser spektakuläre Blick übrigens als
Panorama in meinem online shop zu haben.

Doch mit dem Gipfel war dieser Tag noch lange nicht zu Ende, denn wir mussten unbedingt noch ins Hunku-Tal und hier bis hinunter ins 1700 m tiefer gelegene Kongma Dingma absteigen. Denn das war die Vorgabe, um unser zweites, womöglich noch anspruchsvolleres Ziel zu schaffen. Übrigens gibt es im Hunkutal keine Lodgen. Und wir sind hier weit und breit die einzigen. Mit einer Ausnahme, doch dazu später.

10 Antworten

  1. Thomas Schmidt sagt:

    Daumen ganz weit hoch !!!

  2. Werner sagt:

    Schön, dass das Wetter gehalten hat und der Aufstieg möglich war. Heute gibt es Absolut auf den Krankenstand. Es wäre doch gelacht, wenn wir den Gesundheitsgott nicht auch noch hin bekämen. 🙂
    Übrigens, die Wäsche ist fertig.
    Viele Grüße von
    Waltraud und Werner

  3. Oliver sagt:

    Super! Ich freu mich für Euch!
    Ein Traumziel…auch für mich!
    Viele Grüsse Olli

  4. Veronica sagt:

    Suuuuuper! Ich gratuliere den Gipfelstürmern! Und alles Gute natürlich auch für die, die nicht hochgehen konnten!!

  5. Heinz Haas sagt:

    Allen Die Daumen ganz hoch. Denen die den Gipfel geschafft haben und das besondere Erlebnis hatten. Aber genauso denen die den Mut hatten nicht zu gehen weil Gesundheit oder Bauch gesagt hatten – heute nIcht.
    Besonders dir Sabine da du so fit warst und dich so darauf gefreut hattest. Ich weiß warum du verzichtet hast. denke sehr an dich.
    Jetzt der ganzen Truppe gutes Gelingen fur den schweren Pass. Aus der Distanz ist es schon sehr spannend was ihr da macht – live bestimt noch viel mehr.
    Lg Heinz

  6. Fuchs Rainer sagt:

    Einen ganz herzlichen Glückwunsch an unsere
    Gipfelstürmer!!!!!!!!!!!!!!
    Superleistung von Euch und der ganzen Manschaft.
    Karin und Christian, seid bitte nicht traurig.
    Gesundheitliche Probleme haben den Gipfelsturn halt nicht zugelassen. Leider muß man im Leben auch mal auf ein großes Erlebnis verzichten.
    Ihr seid trotzdem beide ganz tolle
    Sportfreunde und super gute Freunde für uns.
    Christine und Rainer

  7. Katrin sagt:

    Auch von mir ganz ganz herzliche Glückwünsche an die Gipfelsieger!!!!
    Wie ich erst heute lesen kann, wart ihr am Nordgipfel des Mera Peak….alle Achtung. Bei uns wollte kein Bergführer dort hinüber gehen, weil es angeblich zu riskant war, dabei hatte es zuvor ordentlich geschneit und es waren keine Spalten zu sehen. Nun ja, wir haben uns mit dem Mera Central zufrieden gegeben.

    Seit ihr etwa noch am gleichen Tag bis nach Kongma Dingma abgestiegen???? Wohl eher nicht…das ist doch dann noch ein ewig langer Weg.

    Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt wie es bei euch weiter geht.

    Herzliche Grüße an euch alle vom Tegernsee
    Katrin

  8. Anja E. sagt:

    Wow, ich gratuliere allen Gipfelstürmern und alle Achtung an die anderen der Gruppe, diese Entscheidung getroffen zu haben. Keine leichteste die ihr euch gemacht habt. Aber ihr seid alle Gewinner, denn diese wunderschönen Bergerlebnisse und vor allem das über euch Hinauswachsen bleibt, für immer.
    Daumen hoch und alles gute für die nächsten Tage, dass euch die Wetter und Berggötter wohl gesonnen sind. Drück beide Daumen ganz fest und bin mega gespannt wie es weiter geht 😉
    LG aus Salzburg
    Anja

  9. Hilke sagt:

    Ihr habt es geschafft!!!!!!!! Glückwunsch an alle, besonders an Katrin und Urs. Allen, die auf den Gipfel verzichten mussten – meine Hochachtung für ihre Entscheidung. Für den weiteren, bestimmt nicht leichten Weg, wünsche ich euch allen gutes Wetter und gesundheitliche Besserung.

  10. Sina sagt:

    Sven, du Tier. Ich bin stolz auf dich! Dann hat sich die ausgiebige Vorbereitung ja gelohnt. Ich wünsche allen Angeschlagenen weiterhin gute Besserung und eine tolle restliche Tour.

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