Flotte Esel

Ich gerate ja ziemlich leicht ins Schwärmen. Und gerade ist es wieder soweit. Hier im Tal des Santa Cruz ist es einfach nur schön. Und das obwohl wir eigentlich nicht wirklich gutes Wetter haben und wir beide von allem möglichen Getier ziemlich zerstochen sind.

Der Anmarsch zum Alpamayo ließ kaum noch Wünsche offen. Am Checkpoint gaben wir uns als Wanderer aus, was man uns auch widerspruchslos abnahm. Wir zeigten unsere Eintrittskarten für den Nationalpark vor und durften passieren. Unsere drei Eselchen waren flink und sehr brav und ihr Treiber, ein älterer Herr namens Alfonso, schweigsam, genügsam und außerordentlich flott zu Fuß. Fotos machen und gleichzeitig mit Alfonso und seinen Eseln mithalten, war unmöglich.

Drei mehr als flotte Esel trugen unser Gepäck. Sie hatten mich in ihr Eselherz geschlossen. Tiere merken, wenn man es gut mit ihnen meint.

Nach nur zwei sehr entspannten Tagesetappen sind wir gestern im Basislager des Alpamayo eingetroffen. Es waren zwei wunderschöne Tage mit sagenhaften Bergblicken sowie unzähligen anderen Fotomotiven. Wie immer bleibt viel zu wenig Zeit auf Reisen mit großartigen Zielen, um die Schönheit ringsherum in Ruhe genießen zu können. Entweder hat man es eilig, weil die Zeit drängt oder muss fotografieren. Oder, wie in meinem Fall, beides.

Dieses Basislager am Alpamayo ist einfach nur supergeil. Ein anderes Wort fällt mir gerade nicht ein. Im Hintergrund die berühmte Paramount-Ansicht des Artesonraju.

Im Basislager, ich kann es selber kaum glauben, gab es ein weiteres Mal eine grundlegende Auseinandersetzung mit unserem Gepäck. Müssen wir wirklich sechs Kartuschen dabei haben? Wollen wir nicht noch ein bisschen Essen hier unten für den Rückweg deponieren? Ist tatsächlich all diese Ausrüstung nötig? Es wurde also sage und schreibe zum vierten Mal jedes einzelne Stück auf die Goldwaage gelegt. Und wieder blieb ein bisschen übrig, was wir nicht mitgenommen haben.

Jacob steigt hier mit seinem ungeheuerem Rucksack ins Lager 1 auf. Aber keine Sorge. Der Rucksack sieht schwerer aus, als er ist :-).

Ab heute sind wir aber auch recht spartanisch unterwegs. Was allerdings nicht heißt, dass wir Leichtgewichte auf dem Rücken haben. Immerhin wollen wir ja mit Quitaraju und Alpamayo gleich zwei Berge besteigen. Und derzeit sieht es ganz danach aus, als müssten wir einen längeren Atem haben. Das Wetter ist gerade alles andere als einladend. Morgen geht es vom 4930 m hoch gelegenen Lager 1 in das höchste Lager auf fast 5400 m hinauf. Und dann muss das Wetter aber dringend besser werden. Bis jetzt haben wir uns damit getröstet, dass es ja noch nicht soweit ist. Ab übermorgen aber wird es ernst.

4 Antworten

  1. Veronica sagt:

    Hallo Olaf,
    das Bild von dir mit den Burros gefällt mir besonders gut ;o)
    Welche Temperaturen herrschen dort wo ihr seid eigentlich?
    Herzliche Grüße
    Veronica

  2. Sybille sagt:

    Herzliche Grüße von Wolfgang und Sybille
    Toi, toi, toi für den Aufstieg!

  3. Dirk Juling sagt:

    nun wirst Du doch noch ein Superstar und hinterläßt Spuren, dieser Berg ist doch magisch…
    Berg heil!
    Grüße von Dirk

  4. Sabine sagt:

    Hallo Olaf,
    da hilft wohl nur Eines: wiederkommen mit mehr Zeit im Gepäck 😉 . Aber es ist schön, Deine Berichte zu lesen, aus denen Eure Freude und Begeisterung strahlt. Weiterhin so viel Genuss und haltet Euch von den Wächten fern. Sabine

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