Am Start

Morgen früh gegen Drei Uhr werden wir uns auf den Weg ins Camp 1 machen. Ich bin sehr gespannt. Es heißt nämlich von allen Seiten hier im Basecamp, dass der ewig lange Weg ins erste Hochlager in diesem Jahr sehr kompliziert und auch gefährlich sein soll.

Ich konnte es kaum glauben, als mir ein Teilnehmer einer internationalen Gruppe, die mit einer kommerziellen Agentur hier ist, von ihrem Aufstieg ins Camp 1 berichtet hat. Sie seien 19 Stunden unterwegs gewesen. Solange möchte ich bitte morgen nicht bis dort hoch laufen.

Auf diesem Foto erkennt man die schmale Mittelmoräne, auf welcher die Zelte unseres Basislagers stehen. Sie erstreckt sich bis direkt an den Fuss des Hidden Peaks und trennt die Eismassen des Gasherbrum-Gletschers von denen des Abruzzi-Gletschers. Genau hier hat der gewaltige Baltoro seinen Ursprung. Zu erahnen sind auch die Dimensionen, mit denen es wir hier zu tun haben

Mein Zustand hat sich nach massiver Antibiotikatherapie verbessert. Aber es ist schon manchmal deprimierend, wenn man nicht nur den Berg sondern auch noch alles mögliche andere bezwingen muss. Innerhalb von wenigen Tagen kann man wegen ein paar Keimen so abklappern, dass man nur noch ein Häufchen Elend ist. Die Kraft reicht kaum für den Gang zur Toilette. Was für ein mieser Grund für ein Scheitern! Aber auch das gehört wohl zu dem Ganzen hier dazu.

Das ist meine Behausung für die nächsten fünf Wochen. Das Foto stammt von heute morgen kurz vor Sechs. Im Hintergrund, von der ersten Morgensonne beleuchtet, einer der gewaltigsten Berge, die ich je sah. Und dabei ist der Baltoro Kangri nur 7300 m hoch hat aber gleich fünf Gipfel.

Heute stand vor allem Essen, Trinken, Ausruhen, Tabletten schlucken und natürlich Packen auf der Tagesordnung. Das Lager 1 soll schon mit dem ersten Anlauf so ausgestattet werden, dass wir dort mehrere Tage verbringen können, um von hier Lager 2 einzurichten. Ach so, und dann habe ich noch den Offizier und unseren Koch glücklich gemacht. Als ich ihnen anbot, ihre nun schon seit Tagen schweigenden Handys wieder aufzuladen, haben sich die beiden wie die Schneekönige gefreut. Die Kehrseite allerdings ist, dass nun pakistanische Volksmusik durch das Basislager hallt. Aber auch daran werde ich mich wohl gewöhnen.

Übermorgen werden wir wieder unten sein und hoffentlich unser nächstes Zwischenziel erreicht haben. Und wenn ich dann noch aufrecht vor dem Rechner sitzen kann, gibt es auch gleich die ersten Bilder und einen kurzen Zustandsbericht.

4 Antworten

  1. Janina sagt:

    Lieber Olaf und Christoph,
    hoffentlich dauert es bei euch keine 19 Stunden! Passt schön auf euch auf!
    Liebe Grüße 😉 Janina

  2. Veronica sagt:

    Lieber Olaf,
    ich drücke dir wie verrückt die Daumen, dass du morgen früh um 3 Uhr fit wie ein Turnschuh bist und dass ihr keine 19 Stunden bis zu Camp 1 braucht!!!
    Viel Erfolg! Veronica

  3. Karsten Perko sagt:

    He Ihr positiv “Verrückten” Christoph und Olaf,verfolge schon ein paar Tage online Eure Tour zum Gipfel. Kann Euch nur bewundern und drücke alle Daumen für für eine gesunde Ankunft im Camp 1. Denkt immer daran,diese Eindrücke und Erfahrungen kann Euch keiner mehr nehmen.
    Viel Erfolg !! Karsten

  4. Büttner Robin sagt:

    Hallo ihr Abenteurer. Ich wünsche meinem Vater und der ganzen Gruppe viel Erfolg und eine gesunde Rückkehr von eurer Reise zu den ganz großen Bergen der Welt. Liebe Grüße an meinem Vater von Franzi und Judith, hier ist alles im Lot, es regnet ohne Ende von Sonne keine Spur. Ich freue mich schon wenn wir beide hoffentlich im August mal aufsteigen 🙂

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