Mong

Mong ist ein wunderschöner Platz, einer von meinen liebsten im Khumbu. Hier haben wir einen grossartigen Rundblick auf ein halbes Dutzend herrlicher Sechstausender. Dort sind wir heute eingetroffen und haben damit die 4000-Meter-Marke geknackt. Wir sind nun auf dem Weg in das 4700 Meter hoch gelegene Gokyo und beginnen jetzt die zweite Phase unserer Akklimatisation. Gestern war ganz sicher schon einer der Höhepunkte unserer Tour. Wir haben bei meinen Nonnen in Thamo unsere Puja zelebriert. Ohne diese Besänftigung der Götter setzen wir hier keinen Fuss auf einen Berg. Das sind wir den Sherpas schuldig. Und dieses Mal war die Zeremonie besonders eindrucksvoll. Es gibt aber auch einen ganz anderen Grund, warum ich mit meinen Gästen das Khari-Kloster besuche. Die Nonnen, die hier leben, sind allesamt vor den Chinesen aus Tibet geflüchtet. Seit Jahren werden es mehr und mehr. Ihr altes Kloster, das ich vor zwölf Jahren noch kennengelernt habe, platzte damals schon aus allen Näthen. Irgendwann passten die Nonnen nicht mehr alle hinein, konnten also nicht mehr gemeinsam beten. Ein neues Kloster musste her. Vor zehn Jahren wurde mit dem Bau begonnen. Immer wenn von irgend woher Geld kam, wurde gebaut. Fehlte das Geld, ruhten die Arbeiten. Auch jetzt ist das Kloster noch lange nicht fertig. Doch der Innenausbau hat begonnen. Der allerdings ist viel aufwendiger, als die bauliche Hülle zu errichten.

Der Innenausbau dauert nicht nur wesentlich länger, er ist auch viel teurer als das Haus ringsum. Aber das Kloster soll die nächsten paar hundert Jahre stehen, und da kommt es auf zehn Jahre mehr oder weniger nicht an. Derzeit beten die Nonnen übrigens in einer windschiefen Holzbaracke.

Bei ihrem großen Vorhaben, sich ein neues Kloster zu schaffen, brauchen die Nonnen Hilfe. Allein können sie es nie schaffen. Seit dem ich hier mit Gästen unterwegs bin, führe ich sie deshalb in die Khari Gompa. Und viele helfen dabei mit, die bedrohte tibetische Kultur zu bewahren.

Unser morgiges Ziel ist Machermo. Obwohl wir insgesamt nur etwas mehr als 400 Meter aufsteigen werden, ist die Etappe gleich mal die längste im Aufstieg. Das hat mit der kleinen Schikane gleich zu Beginn des Tages zu tun. Wir müssen 400 Meter hinunter zum Fluss und dann 800 wieder rauf. Wenn wir um 8.00 Uhr aufbrechen, haben wir zu Mittag unsere Ausgangshöhe wieder erreicht. Mal sehen, was meine Gäste dazu sagen werden. Das dann in den nächsten Neuigkeiten.

Meine Gruppe und meine Nonnen vor ihrem prächtigen neuen Kloster. Alle helfen den Nonnen auch die Sherpas in den umliegenden Dörfern.

8 Antworten

  1. Christiane sagt:

    Schön zu sehen, dass so viel im Kloster passiert ist und das in weniger als zehn Jahren. Ganz liebe Grüße an Khari, falls er da ist, der einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ansonsten wünsche ich noch eine schöne Tour!

  2. Nele sagt:

    Hallo Opa Jens,
    grüße aus der Kita. Ich knete viele Hunde und Katzen für dich. Schafe kann ich noch nicht – da musst du mir helfen wenn du mich mal wieder besuchen kommst.
    Gestern haben wir Uroma Helga und Uropa Sieg besucht – das war toll. Die grüßen dich auch ganz lieb und sind schon auf die vielen Bilder und Geschichten gespannt. Ich natürlich auch…!? 😉
    Nele

  3. Carmen sagt:

    Hi Jens,
    noch einer mehr aus deinem Fan-Blog. 😉 Sieht ja alles traumhaft aus und klingt auch so. Ich freu mich für dich, dass alles so toll und reibungslos abläuft. Verfolge deine Tour natürlich regelmäßig. Tja, und was soll man da sagen – wenn Engel reisen spielt sogar das Wetter mit. Vorschlag – miete dir nach deiner Rückkehr den Audimax und halte dann einen Vortrag über deine Tour, mit der Fangemeinde füllst du den bestimmt.
    Also, atme fief durch und weiterhin viel Spaß, mach tolle Bilder und sammle alle Eindrücke für den großen Vortrag.
    Liebe Grüße von Carmen

  4. Anette, laura uns Jakob sagt:

    Hi alle, tollle Fotos vom Kloster!! Überhaupt ist es super über den blog ein bißchen mit dabei zu sein. Wir sind immer schon ganz neugierig auf den nächsten Eintrag. Weiterhin gutes Gelingen bei der Akklimatisation und gutes Wetter für eure Tour. Beste Grüße an alle!

  5. Schanedde sagt:

    Hallo Reisegruppe Sonnenschein, so schöne Bilder. Aber hier haben wir auch einen herllichen Sonnentag nach dem anderen, also bloß kein Neid.
    Janina, was macht das Haar? 😉

    Ganz viele Knutschas für Olaf und Janina sendet Schanedde.

    Der ganzen Truppe weiterhin viel Spaß.

  6. Servus Olaf und Freunde Nepal`s,
    wir freuen uns für Euch,
    können nachempfinden!!
    Ne gute Reise wünschen Evi*Ralf/Allgäu

  7. Jürgen& Dierich Munk sagt:

    Hallo Birgit und Klaus,
    wenns mal mit VIC nicht mehr klappen sollte, habt Ihr in dem Kloster vielleicht eine neue schöne aussichtsreiche Perspektive. Ihr passt Euch gut ein. Wir wünschen weiter gutes Gelingen.

  8. Tom sagt:

    Hallo Jens,

    wie ich sehe, habt ihr Glück mit dem Wetter – dann hilft Daumendrücken also doch. Die Fotos bestätigen übrigens deine Ansicht, dass Leute mit roter Kleidung besonders gut zur Geltung kommen. Die Nonnen kannten den Trick aber offensichtlich auch alle. Viel Erfolg und Wetterglück weiterhin!

    Grüße, Tom

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