Basislager erreicht!

Gestern sind wir am späten Nachmittag in El Chaltén eingetroffen. Die Busfahrt war herrlich entspannend. Die endlose Landschaft Patagoniens zog an uns vorüber, und die Zeit verging beim Schauen wie im Flug. Hier in El Chaltén sind wir in dieselbe Herberge wie im vorigen Jahr eingezogen und haben uns erst mal in unserem winzigen Viermannzimmerchen eingerichtet.

Knapp 250 Kilometer sind es von El Calafate nach El Chaltén. Und wir sind auf dieser Fahrt außer vielleicht fünf anderen Autos niemandem begegnet.

Heute morgen klingelte der Wecker ziemlich zeitig, denn wir wollten die erste Last ins Basislager zum Rio Blanco hinauftragen. Ganz im Gegensatz zu gestern, da hat es hier geregnet und gestürmt, war für heute angenehmes Wetter vorhergesagt, so daß wir keine Zeit verlieren wollten. Doch bevor wir los marschieren konnten, musste erst einmal gepackt werden. Was wird oben gebraucht, was können wir erst einmal noch hier in El Chaltén lassen? Die Packerei ist ja immer irgendwie die Hauptbeschäftigung bei Expeditionen.

Der Anblick dieser Felsgestalten ist spätestens dann Angst einflößend, wenn man sich vorgenommen hat, einen davon tatsächlich zu besteigen.

Der Weg hinauf zum Basecamp des Fitz Roy und seiner Trabanten ist wirklich wunderschön. Er führt durch die typischen patagonischen Wälder, wild und zerzaust, vorbei an Flüssen und einem See, der bezeichnender Weise Laguna Capri heißt. Von dort hatten wir dann auch schon den ersten tollen Blick auf unser Ziel, und ich glaube, dass Fabian ziemlich beeindruckt ist, von den Berggestalten hier. Denn eins steht fest: Erst wenn man diesen Granitgiganten höchstpersönlich gegenüber steht, wird einem die Kühnheit des Vorhabens, da hinauf klettern zu wollen, das erste Mal so richtig bewußt.

Außer einer bulgarischen Seilschaft die zu einem Nachbargipfel des Fitz Roy will und einer norwegischen Gruppe, die sich ebenfalls um den Fitz Roy bewirbt, ist noch niemand im Basislager.

Das Basislager selbst befindet sich mitten im Wald, weil nur er Schutz vor dem allgegenwärtigen Wind bietet. Solch ein Lagerplatz hat natürlich den Nachteil, dass es hier bei dem vielen Niederschlag immer feucht ist. Nachdem wir uns ein schönes Plätzchen gesucht und unser Zelt aufgestellt hatten, sind wir wieder nach El Chaltén zurückgekehrt. Morgen wollten wir dann eigentlich die zweite Last hinauf bringen, doch für morgen ist ein schwerer Sturm angekündigt. Mal sehen, wie heftig es wird. Wir sind also endgültig in Patagonien angekommen.

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