Wie weggeblasen

… war meine Euphorie von gestern. Heute hieß die Aufgabe, die erste Last über den Paso del Viento zu bringen. Doch ein Sturm biblischen Ausmaßes brachte uns fast an den Rand der Verzweiflung. Ich habe derartigen Wind noch nicht erlebt. Es ist nicht mal seine Stärke. Die Böen machen einem so zu schaffen. Mehrmals hat mich heute so eine ungeheure Windböe einfach umgehauen. Ich lag dann mit meiner Last da wie ein Käfer auf dem Rücken und hatte Mühe, wieder auf die Beine zu kommen. Das Gehen im schwierigen Gelände wurde zu einem nervenaufreibenden Balanceakt.

Sturm

Wind auf ein Foto zu bekommen, ist sowieso nahezu unmöglich. Aber vielleicht ahnt man ihn ja auf diesem Bild.

Für mich waren diese 8,5 Kilometer (Luftlinie) heute, mit leider nur der ersten Last, die vielleicht härteste Prüfung auf der gesamten Tour. Ständig musste der Weg gesucht werden, dann wieder war der Sturm so heftig, dass wir minutenlang irgendwie zusahen, nicht umgeworfen zu werden. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie frustrierend Wind sein kann. Erst nach elf Stunden haben wir unser heutiges Ziel, die Laguna Toro, erreicht.

Toro

Der Blick von unserem derzeitigen Lagerplatz an der Laguna zurück zum Paso del Viento (Pass des Windes). Sogar richtige kleine Bäume gibt es jetzt schon. Allerdings wütet der Sturm auch hier. Die Nacht wird laut.

Morgen geht es zwei weitere Male zuerst ohne, dann mit, Last über den Paso del Viento, der heute seinem Namen mehr als alle Ehre gemacht hat. Ich sehne schon jetzt den Moment herbei, an dem ich meine Last hier unten am See abstellen werde.

1 Antwort

  1. Janina sagt:

    Ja, ich denke den Wind auf dem ersten Foto kann man sehr gut erkennen!!! Unglaublich, dass der Wind so stark ist, dass er einen umreißt! Obwohl der Schein trügt sieht das Bild, welches den Lagerplatz zeigt, ja eigentlich sehr einladend und gemütlich aus.
    Den beiden Männern wünsche weiterhin viel Kraft!

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