Gokyo Ri bestiegen

Es ist zwar eine gute Nachricht, dass es Manuela wieder besser geht. Aber unter dem Eindruck, der bei ihr doch drastischen Probleme mit der Höhe, haben sie und ihr Mann entschieden, nicht wieder aufzusteigen, um die Tour gemeinsam mit den anderen Gästen fortzusetzen. Die beiden werden nun, gemeinsam mit Kumar den landschaftlich und kulturell sehr schönen Trek nach Jiri machen und von dort mit dem Bus nach Kathmandu zurückkehren. Aber auch auf dieser Route sind nicht weniger als 12000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen, das heißt, die drei und Purba, ihr Träger, haben sich ebenfalls eine anspruchsvolle Tour vorgenommen. Nur das sich alles 2000 Meter weiter unten abspielt. Ich habe die beiden in diesem vernünftigen Entschluß bestärkt, bin aber trotzdem traurig, dass wir nicht gemeinsam weitergehen werden.

Bei uns anderen verläuft dagegen alles fast wie geplant. Nach dem Notabstieg von Manuela nach Namche bin ich noch in der Nacht zum zweiten Mal an diesem Tag nach Mong aufgestiegen. Am nächsten Morgen haben wir dann den Trek in Richtung Gokyo fortgesetzt. Allerdings ließen wir uns einen Tag mehr Zeit, weil auch Birgit über Kopfschmerzen geklagt hat. Vorgestern sind wir dann in Gokyo eingetroffen und haben gestern bei bestem Wetter den 5360 Meter hohen Gokyo Ri bestiegen.

Cho Oyu vom Gokyo Ri aus gesehen

Der prominenteste der vier Achttausender, die wir vom Gokyo Ri aus sehen können, ist der 8201 Meter hohe Cho Oyu mit seiner spektakulären Südwestwand, die noch fast 3000 Meter über uns aufragt.

Wieder hatten wir einen phantastischen Blick auf Everest, Makalu, Lhotse und Cho Oyu sowie zwei Dutzend anderer Sechs- und Siebentausender. Meine Gäste waren wie immer überwältigt von diesem wohl weltweit einmaligen Bergpanorama. Doch auch diesmal musste der übliche Preis bezahlt werden. Jeder Höhenmeter über der Fünftausendmetergrenze fordert immer besondere Anstrengungen. Und heute stand gleich mal die längste Etappe der gesamten Tour auf dem Programm, die aber von den meisten als gar nicht so mühsam empfunden wird, weil es beinahe 1000 Meter nach unten geht. Letztes Mal ging dann hier unten in Phortse die Party ab. Diesmal wird sie wohl ausfallen, zu schade ist es, dass Manuela und Matthias nicht hier sein können.

Morgen geht es weiter über Pangboche nach Dingboche und übermorgen erreichen wir dann mit Chukhung die letzte Station vor dem Basislager unseres Hauptzieles, dem Island Peak. Die nächste Nachricht von uns wird also wieder aus dem Basislager kommen, dass heißt, wenn alles glatt läuft. Zur Zeit schneit es nämlich ziemlich heftig.

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