Perfekter Start!

Es war schon ganz von Anfang an entspannt. Ich musste nämlich nicht selber zum Flughafen fahren. Das haben zwei meiner Gäste übernommen. Alle waren pünktlich da. Die Schlange am Check In hielt sich in Grenzen. Und ganz erstaunlich für unseren schönen neuen Hauptstadtflughafen fand ich die Geschwindigkeit, mit der wir die Handgepäckkontrolle absolvieren konnten. Das geht leider auch ganz anders.Den Aufenthalt in Istanbul verbrachten wir in der strategisch fragwürdig neben dem Kinderspielplatz angeordneten Nap-Zone. Aber das haben wir klaglos über uns ergehen lassen. Umso besser würden wir hoffentlich im Flieger schlafen können.

Der lange Flug von Istanbul nach Kathmandu ging auch vorbei und dann, welch eine Freunde, war auch unser Gepäck vollzählig in Nepals Hauptstadt eingetroffen.

Alles und alle überpünktlich in Kathmandu eingetroffen. Die erste Hürde war genommen.

Das Formular für unser Visa on Arrival war von den meisten schon Zuhause ausgefüllt worden. Deshalb ging alles ging viel schneller als sonst.

Mingmar, der Chef meiner Partneragentur und mein Freund Te Kumar erwarteten uns freudig am Flughafen. Das tut mir immer besonders gut! Wir bekamen unsere Begrüßungsblumenkränze umgehängt und fuhren ohne Stau und Verkehrschaos in unser Hotel. Es war Samstag und der Samstag hier in Nepal entspricht dem Sonntag bei uns.

Der Grad meiner Entspannung erreichte für nepalesische Verhältnisse Rekordwerte. Es war erst Mittag, einen Tisch in meinem Lieblingsrestaurant für unser Abendessen hatte ich schon auf dem Weg ins Hotel bestellt. Wir hatten Zeit. Soviel, dass ich sogar noch zum Frisör gehen und meine Englisch-Lektionen absolvieren konnte.

Doch je weiter unser erster Tag in Nepal voranschritt, umso penetranter drängte sich der Gedanke an unseren Flug nach Lukla in den Vordergrund. Es ist immer dasselbe. Wir müssen fliegen, sonst trübt sich die Laune zwangläufig ein. Die Gäste sind wegen der grandiosen Berge hier, nicht wegen der Kneipen in Kathmandu.

Te Kumar überreicht uns die Begrüßungsblumenkränze noch im Flughafen.

Wir waren für den ersten Flug gebucht, was schon mal sehr gut war, und der Wetterbericht sah eigentlich vielversprechend aus. Und mit ein bisschen Glück würde er auch stimmen.

Am nächsten Morgen klingelte um 3.30 Uhr mein Wecker, eine Stunde später war unser Transfer-Bus zum Flughafen bestellt. Wieder klappte alles wie am Schnürchen. Alle trudelten pünktlich in der Hotellobby ein. Der Bus stand auf die Minute vor unserer Herberge, und so zeitig gab es abermals keine Verzögerungen auf der Fahrt.

Der Flug nach Lukla versetzt mich regelmäßig ein wenig in Aufregung. Denn dieser Flug ist nach wie vor ein Sichtflug. Und wenn die Piloten nichts sehen, dann können sie auch nicht fliegen. Das passiert schon ab und zu einmal und bringt dann unseren schönen Zeitplan gehörig durch einander.

Wenn das Wetter passt, dann fliegen die einzelnen Flugzeuge der verschiedenen Airlines die Strecke von Kathmandu nach Lukla und zurück mehrmals am Tag in schneller Folge hintereinander. Wie oft das geschieht, hängt davon ab, wie viele Leute auf einen Flug warten. An manchen Tagen in der Hochsaison wird Lukla bei entsprechendem Wetter bis zu fünf oder sogar sechs Mal angeflogen.

Das blumenbekränzte Hotelgruppenfoto muss sein. Eine Erinnerung fürs Leben.

Wenn das Wetter mitspielt und es in Kathmandu keinen Nebel und in Lukla keine Wolken und vor allem keinen Wind gibt, startet die erste Charge von derzeit vier Flugzeugen im Minutentakt schon sehr früh am Morgen. Wenn das Wetter den Sichtflug nach Lukla nicht zulässt, dann heißt es warten, bis sich das Wetter bessert. Oft ist es allerdings so, dass besonders der Morgennebel in Kathmandu einen zeitigen Start verhindert. In Lukla dagegen ist es morgens sehr häufig klar und windstill.

Nachdem sich der Nebel in Kathmandu endlich gelichtet hat und der Flugplatz freigegeben wird, gibt es nun nicht selten in Lukla ein Problem mit dem Wetter. Zunehmend kommt Wind auf und Wolken ziehen aus dem Tal heran. Das ist tatsächlich beinahe jeden Tag so. Häufig kann man trotzdem noch fliegen, aber eben nicht drei oder vier Mal hintereinander.

Erster Spaziergang durch Kathmandus Touristenviertel Thamel.

Ganz oft habe ich es schon erlebt, dass der erste und häufig auch der zweite Flug selbst bei durchwachsenem Wetter startet, es aber nicht dazu kommt, dass auch zum dritten oder vierten Mal nach Lukla geflogen wird. Diese Flüge werden dann gecancelt und alle, die beobachtet haben, wie die ersten Gruppen von Fluggästen zu ihren Maschinen aufgerufen wurden, sind total frustriert und fragen sich, warum nicht sie zu diesen Gruppen gehörten und wer der Schuldige daran ist.

Übrigens wurde die Landebahn im Jahr 1964 errichtet, um Edmund Hillary die Herbeischaffung von Materialien für den Bau des Krankenhauses in Kunde zu erleichtern. Doch wer weiß, ob er sich für diesen Airstrip so stark gemacht hätte, wenn ihm bewusst gewesen wäre, welch ungeheuren Aufschwung der Tourismus im Khumbu durch diesen Flugplatz nehmen würde. Im Baujahr der Landebahn 1964 wurden ganze 20 Besucher registriert, zehn Jahre später also 1974 waren es schon 3500. 2019 exakt 52208. Allerdings ist das im Vergleich zu manchen Alpentälern immer noch ein Klacks.

Der obligatorische Tibetische Hotpot in meinem Lieblingsrestaurant kam auch in diesem Jahr bei meinen Gästen außerordentlich gut an.

Wir waren auf den ersten Flug gebucht und trafen überpünktlich auf dem Domestic Airport ein. Kaum dass wir eingecheckt und unseren Kaffee ausgetrunken hatten, wurde unser Flug aufgerufen. Und zack landeten wir in Lukla. Es war kaum zu glauben. Die Uhr zeigte bei unserer Ankunft nicht einmal halb acht. Rekordverdächtig.

Doch hier gab es einen kleinen Schönheitsfehler bei unserer Anreise in die Berge. Ein Teil unseres Gepäcks sollte mit der nächsten Fliegercharge kommen. Es passiert oft, dass einfach nicht genug Platz für die vielen großen Gepäckstücke in den kleinen Flugzeugen zur Verfügung steht. Dann wird improvisiert. Und es hätte auch beinahe geklappt.

Doch ein Gepäckstück konnte an unserem Flugtag leider nicht mehr den Luft-Weg nach Lukla finden und würde erst morgen per Helikopter direkt nach Namche Basar nachgeschickt werden. So zumindest der Plan. Na ja, es gibt schlimmeres.

Meine Gruppe füllte die kleine Twin Otter fast vollständig aus!

Durch unsere sehr zeitige Ankunft in Lukla hatten wir nun alle Zeit der Welt, um zu unserem ersten Tagesziel, Monju zu laufen. Es gab noch einen Tee in Lukla und meine treuen Träger, die uns in Lukla erwartet hatten, verwandelten unser Reisegepäck während dessen in Null Komma nichts in Trägerlasten. Schon kurz nach 9 Uhr starteten wir auf unsere erste Trekkingetappe.

Alles lief im wahrsten Sinne des Wortes prima, so dass wir nach fünf Stunden in Monju eintrafen. Am Abend schlenderten wir sogar noch ein paar Höhenmeter zur Akklimatisationsverbesserung aufwärts.

Auch heute morgen Reibungslosigkeit auf der ganzen Linie. Alle waren gesund und bei bester Laune.  Nach einem typischen Frühstück mit Pancake, Omlett, Porridge und Chapati ging es die relativ kurze aber anstrengende Etappe hinauf nach Namche Basar.

Wir sind gelandet. Immer ein großer Entspannungsauslöser bei mir. Jetzt kommt es nur noch auf uns an. Und auf unsere Träger. Sie sind die wichtigsten Leute hier.

600 Höhenmeter waren zu überwinden. Eigentlich ist das zu viel für einen Tag, aber leider nicht anders machbar, da es zwischen Monju und Namche keine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Wir werden deshalb morgen rasten und uns bei einem Spaziergang in die oberhalb von Namche gelegenden Dörfer Khumjung und Khunde in aller Ruhe akklimatisieren.

Und auch in puncto Wetter bleiben bei uns momentan auch keine Wünsche offen. Momentan herrscht hier in Nepal noch das klassische, sehr stabile Wintermonsunwetter. Morgens ist es glasklar, oft wolkenlos und windstill. Gegen Mittag trübt es sich ein, Wind kommt auf und am frühen Abend gibt es manchmal sogar Niederschläge, die aber nur sehr selten ergiebig sind. 

Wir würden uns nun freuen, wenn das die nächsten drei Wochen auch so bliebe. Dafür können uns die Daheimgebliebenen ja gern mal die Daumen drücken.

Bestes Trekkingwetter auf unserer ersten Etappe.

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3 Antworten

  1. Walther Lücker sagt:

    Gerade mit Wehmut und Freude deine Zeilen gelesen. Ich konnte es fast riechen. Sag Grit liebe Grüße, so möge sich entspannen und einfach genießen. Grüße, Walther

  2. Dennis Schönfelder sagt:

    Freu mich schon wieder sehr auf die Blogbeiträge. Gruß von Daheim, Dennis

  3. Veronica sagt:

    Schön zu lesen, dass ihr alle gut angekommen seid! Und klar … ich drücke ganz fest die Daumen, dass das Wetter schön bleibt die kommenden Wochen! Alles Gute für euch alle!

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