Eine lange Zeit

Wenn es alle sagen, dann muss es ja stimmen. Zehn Wochen in Nepal unterwegs zu sein, sei sogar eine schier unendlich lange Zeit, meinen manche meiner Gäste, wenn sie das Heimweh drückt. Für einige fast unvorstellbar, sich so lange dort aufzuhalten! Und wenn ich an die denke, die ich daheim diese Zeit allein gelassen habe, dann bin ich sogar ebenfalls dieser Meinung.

Die erste halbe Stunde des Rückfluges nach Deutschland war aussergewöhnlich. Wir flogen so dicht an der Himalayakette entlang, wie ich es bisher noch nie erlebt habe. Das hat sogar den Mountainflight mit den Lionsfreunden ein paar Tage zuvor in den Schatten gestellt. Im Bild der gewaltige Dhaulagiri (8167 m) mit seiner riesigen über 4000 m hohen Südwand.

Aber im vergangenen Jahr war meine Zeit in Nepal noch deutlich länger, denn anschließend ging es ja auf Expedition zum Mera Peak und zum Baruntse. Ein ganzes Jahr ist das schon wieder her.

Kathmandu ist in höchstem Maße ambivalent. Und das spiegelt sich natürlich auch in den Ansichten der Leute wider, welche diese Stadt besuchen. Manche hassen sie und andere lieben sie. Und wieder andere, zu denen ich gehöre, machen beides zugleich.

Doch wenn ich, nun wieder in Leipzig eingetroffen, an die vergangenen Wochen zurückdenke, dann gilt vor allem, dass sie ziemlich rasch vergangen sind. Zeit, die vollgestopft ist mit Tätigkeit, Erlebnissen und Begegnungen, wobei ich natürlich auch die intensive Begegnung mit meinen Gästen meine, vergeht wie im Flug. Es ist eine gute Zeit. Ich bin sogar fast versucht zu sagen, dass es die beste Zeit des Jahres ist. Denn wenn ich in den Bergen unterwegs bin, auf welche Weise auch immer, dann habe ich das sehr starke Gefühl, dort zu sein, wo ich hingehöre.

Diese Stadt kann traumhaft schön sein, voller Exotik und liebenswerten Menschen. Und im nächsten Augenblick kann sie einem auch den letzten Nerv rauben. Sich darauf einzustellen und mit dieser Zwiespältigkeit umgehen zu lernen, braucht Nachsicht, Gelassenheit und Zeit. Und man sollte seine von zu Hause mitgebrachten Maßstäbe gleich mal über Bord werfen.

Das ist nun allerdings erst einmal für ein Weilchen vorbei. Es gibt viel zu tun hier zu Hause. Die Vortragsanfragen häufen sich, und sie sind diesmal sehr speziell. Neue Themen müssen bearbeitet werden. Die Reise nach Peru in die Cordillera Blanca will vorbereitet sein, denn die ist nun ja nicht mehr so lange hin. Und ich muss unbedingt so rasch wie möglich für die neue Klettersaison fit werden, die hier ja schon längst begonnen hat. Ich hinke den Freunden hinterher. Ach ja und dann liegen hier noch riesige Stapel Post und drei überdimensionale Säcke voller Krempel, die ausgepackt werden müssen.

Und damit fange ich jetzt gleich mal an…

Swayambunath ist zumindest von der Architektur und der Lage her gesehen für mich einer der schönsten und beeindruckendsten Tempelanlagen in Nepal.

7 Antworten

  1. Thomas Schmidt sagt:

    Hey Olaf,
    Bei uns ist nächste Woche auch Peru-Vorbereitungstreffen. Außerdem hat sich ein schöner Vortragsraum (für bestimmt einige 100 P. -> zuletzt voll belegt), wenn du mal einen Vortrag in BS machen magst. Kann dir Fotos schicken…
    Deine Ansichten zu KTM teile ich voll und ganz 😉

  2. Thomas Schmidt sagt:

    Achja: willkommen zurück 🙂

  3. Veronica sagt:

    Hallo Olaf,
    die vergangenen 10 Tagen, die ich mit dir und den Lionsfreunden in Nepal in Kathmandu und Umgebung verbringen durfte, haben mich total beeindruckt! Nochmals ganz herzlichen Dank für die ganze Organisation!! In den nächsten Tagen werde ich meine vielen Fotos ordnen. Die habe ich ja nur dank deines Kindle-Aufladekabels 🙂
    Viel Spaß beim Klettern bevor es dann in Peru wieder (noch) höher hinauf geht!
    Veronica

  4. Mayk sagt:

    Hallo Olaf,
    willkommen zurück in der Heimat. Lass Dir das Essen bei Deinem Lieblingsgriechen lecker schmecken.

    Bis bal mal wieder!

    Mayk

  5. Anja E. sagt:

    Hallo Olaf,
    willkommen zurück. Ja, ich habe das ‘Einleben’ schon hinter mir. Aber das Fernweh hat mich nach wie vor fest im Griff und die Gedanken bleiben immer mal wieder in Nepal hängen. Es war eine so tolle, erholsame, beeindruckende und faszinierende Zeit. Ich kann gar nciht oft genug ‘Danke für alles’ sagen.
    Nun für dich gutes Ankommen und auch mal ein wenig inne halten für das Erlebte.
    LG Anja

  6. Dirk Juling sagt:

    Hallo Olaf, ja willkommen in der Heimat!
    Ich will doch hoffen, daß Du statt auspacken und vorbereiten erst einmal Dein Mädel richtig durchgeknuddelt hast, sie mußte Dir ja auch ein wenig den Rücken frei halten, Dein Nutella aufessen und nach Dir jede Menge Sehnsucht haben, wo Du Dich mit Klienten rumgetrieben und die schönsten Hügel der Welt gesehen hast, oder???
    Gruß von Dirk

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