Aircargo

Irgendwo hab ich es schon mal geschrieben. Das Aircargo ist gleich nach dem Gipfeltag die quälerischste Angelegenheit bei einer solchen Expedition. Da brauche ich bloß an den pakistanischen Zoll zu denken und los geht’s mit dem Vomitus. Doch schon bei der Suche nach einer Cargo-Agentur fingen die Probleme an. Es ist nämlich alles andere als einfach, überhaupt jemanden zu finden, der einen Transport von 125 Kilogramm in sechs Plastetonnen nach Pakistan übernehmen will. Also wer denkt, man brauche bloß DHL anzurufen, und die kämen dann, holten das Zeug ab und schwupp wäre das erledigt, der irrt sich gewaltig. DHL gibt sich mit solch schwierigem Kleinkram nicht ab. Ich bin selten so unfreundlich behandelt worden wie bei DHL. Eine ganze Reihe anderer Firmen, die sich mit dem Transport von Fracht befassen, gaben mir ebenfalls mehr oder weniger freundliche Körbe. Einen netten Korb gabs allerdings bei Fox-Courier.

Christoph hat eine Runde Kuchen geschmissen. Na ja derzeit dürfen wir schon ein bisschen über die Stränge schlagen. Ich würde sogar gern ein paar Kilo zulegen. Aber bei dem Training der letzten Wochen kann ich essen was ich will und nehme trotzdem ab.

Ich hatte schon damit begonnen, auszurechnen, ob wir es schaffen können, unseren ganzen Krempel mit ins Flugzeug zu nehmen. 125 Kilogramm Übergepäck für 20 Dollar pro Kilo. Das Ergebnis dieser Berechnung war mehr als eindeutig! Doch dann nahte die Rettung durch Herrn Krause von der Firma Hellmann. Auch ein weltweit operierendes Unternehmen wie die schreckliche DHL. Aber Hellmann ist ganz offensichtlich ein Unternehmen, das noch einen Anspruch an sich selbst hat und deshalb auch schwierige und zu allem Überfluss auch noch kleine und deshalb wenig profitable Fälle wie unser Aircargo bearbeitet.

Dennoch ist es immer noch zu früh, sich zu freuen. Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben. Noch sind wir nicht in Pakistan und laden unsere sechs Tonnen unversehrt auf den LKW, der uns in die Berge bringen wird. Bei meiner Everest-Expedition kamen die Hälfte der Tonnen eine Woche später an. Eine Tonne hatte sich so sehr verirrt, dass sie erst zwei Wochen nach Expeditionsbeginn eintraf. Ihr Inhalt waren damals die persönlichen Sachen von Thomas Türpe, der darauf hin einen völlig unverhältnismäßigen Aufstand machte und beinahe die ganze Expedition platzen lies, nur weil er seine Unterhosen und ein paar andere Sachen ein paar Tage lang nicht wechseln konnte.

Geschafft! Es fehlen nur 200 Meter statisches Seil, welches noch nicht geliefert wurde, und dann ist unsere Ausrüstung vollständig.

Wir haben aus dem Grund, dass auch mal Tonnen ins Nirvana verschwinden, sehr sorgfältig gepackt. Es sind also nicht alle Zelte in einer Tonne oder das gesamte Hochlageressen oder die persönliche Ausrüstung. Alles ist schön verteilt. Auch haben wir genau darüber nachgedacht, was wir bei uns haben werden, wenn wir nach Pakistan fliegen. Wir wollen zumindest bis ins erste oder sogar zweite Hochlager aufsteigen können, selbst wenn gar keine Tonne rechtzeitig in Pakistan eintrifft.

Das wichtigste ist jedoch, dass wir hier zu Hause mit der Firma Hellmann einen Partner haben, der uns vermutlich auch in der Not zur Seite steht und hilft, wenn Tonnen abgängig sind. In dieser Hinsicht bin ich zuversichtlich. Also Hellmann- Und alles kommt an! Hoffentlich…

Vielleicht gefällt Ihnen auch…