Talkeetna

Es war gestern ein ziemlich hektischer Tag mit einem guten Ende. Wir mussten fast das gesamte Essen für 16 Tage am Berg und immerhin 14 Leute besorgen. Obwohl Sonntag haben wir unser Essen ohne Probleme bekommen. Allerdings ist es nicht immer einfach, die Wünsche und Vorlieben aller unter einen Hut zu bekommen. Das Gas bereitete uns dann aber ein paar kleine Schwierigkeiten. Die 115 Gaskartuschen, die wir benötigen, hatte der Outdoortausrüster REI, der größte im gesamten Bundesstaat Alaska, nicht vorrätig. Dort lagerten nur ein paar wenige. Zufällig hatte jedoch ein zehn Mal kleinerer Laden ganz in der Nähe einen Tag zuvor Kartuschen angeliefert bekommen. Mir ist da wirklich ein Stein vom Herzen gefallen, denn ohne Brennstoff ist man natürlich aufgeschmissen. Wir hatten wirklich unverschämt großes Glück. Übrigens war von Deutschland aus eine Vorbestellung der Zylinder aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen nicht möglich.

Wir waren in Ancorage nicht alle in derselben Frühstückspension untergebracht. Aber wir hatten wirklich die nettesten Wirtsleute ganz Amerikas! An dieses Frühstück werde ich mich sicher in den nächsten Tagen noch öfter erinnern.

Heute morgen nun sind wir mit dem Bus und unseren Gepäckmassen in drei Stunden nach Talkeetna transportiert worden. Hier in diesem Örtchen muss man sich bei den Nationalparkrangern einer Art Test unterziehen. Bevor die nicht der Meinung sind, dass man für den Mckinley auch entsprechend ausgerüstet ist, bekommt man keine Besteigungserlaubnis. Fragen nach den Zelten, Kochern, Nahrungsmitteln, den mitgeführten Medikamenten usw. müssen zur Zufriedenheit der Ranger beantwortet werden.

Heute wurde den gesamten Tag mit Ausnahme des etwa einstündigen Termins bei den Rangern gepackt und gewogen. Auch wir mussten natürlich auf die Waage.

Morgen sollte es dann per Kleinflugzeug in das Basislager auf dem Southeast Fork, einem Gletscher am McKinley, gehen. Doch zu unserer Überraschung wollten die Leute von unser Airline zumindest die von uns schon heute fliegen, die ihren Termin beim Ranger hinter sich hatten. Und so kam beim Packen ein bisschen Hektik auf. Einige mussten sich auch noch Ausrüstung leihen. Alles sollte plötzlich ganz schnell gehen. Aber das ist natürlich auch nachvollziehbar, denn wer weiss schon, wie das Wetter morgen hier ist. Gelegenheiten müssen genutzt werden.

Ich darf leider erst morgen bei den Rangern vorstellig werden, muss also auf alle Fälle noch eine Nacht hier in Talkeetna bleiben. Und ich hoffe natürlich, dass das Wetter dann auch noch so grossartig ist wie heute. Das nächste Mal melde ich mich also, wenn alles gut geht, vom Fuss des Berges. Aber ich bin zuversichtlich, denn bisher läuft alles ohne Probleme.

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