Verschlagwortet: Cerro Torre
Meine Annäherung an den kühnsten Alpinisten, von dem ich je gehört habe, begann ziemlich widerwillig. Ein guter Freund fragte mich, ob ich den Film „Der Alpinist“ schon einmal gesehen hätte. Nein, hatte ich nicht. Mich wunderte, dass er mich überhaupt fragte. Ich schaue mir diese Filme von alpinistischen Übermenschen einfach nicht an. Dieser Freund wusste das genau. Warum also fragte er mich das? Das wiederum fragte ich ihn. Weil mir DIESER Film gefallen und ich ganz bestimmt keine Zeit damit vergeuden würde, antwortete er.
Nicht weniger als der „beste Bergsteiger der Welt“ wollte Cesare Maestri nach seinen eigenen Worten sein: “Selbst beim Liebesakt machte ich noch Liegestütze, um meine Muskeln zu trainieren”. Nun ist er in dieser Woche im Alter von 91 Jahren gestorben. Seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, war sicher schwierig zu seiner Zeit. Zu groß war damals die Konkurrenz solcher Alpintitanen wie Walter Bonatti, Carlo Mauri, Lionel Terray, Ricardo Cassin und wie sie alle hießen. Was Maestri aber auf jeden Fall geschafft hat, war, einer der schillerndsten und umstrittensten Alpinisten der Welt zu werden. Und das lag an seiner Obsession für den Cerro...