Route

Dieses Foto zeigt die Südwestseite des Berges.

Die Südwestwand

Die von gewaltigen Raueismassen gepanzerte Südwestwand des Monte Sarmiento

Die von gewaltigen Raueismassen gepanzerte Südwestwand des Monte Sarmiento im Januar 2016.

Wir hatten bei der Vorbereitung der Expedition nach vielen Diskussionen entschieden, uns von Südwesten unserem Berg zu nähern und die noch völlig unberührte Südwestwand zu durchsteigen. Der Vorteil, den wir in dieser kühnen Heransgehensweise sahen, ist der, dass die Südwestwand die von der Sonne abgewandte Seite des Berges ist. Wir hofften, deshalb dort im Hochsommer klettern zu können und so der feuerländischen Wetterküche vielleicht ein Schnippchen zu schlagen. Von den allermeisten unserer Vorgänger wurde der Berg im Spätsommer bzw. Herbst besucht.  Ausserdem rechneten wir mit besserem Eis und geringerer Eisschlaggefahr, weil die Südwestseite des Berges der Hauptwindrichtung zugewandt ist. Das Raueis sammelt sich ja an starren Objekten entgegen der Windrichtung an.

Route Sarmiento (1)

Der 2246 m hohe Hauptgipfel des Monte Sarmiento. Unsere Route in der etwa 600 m hohen Südwestwand mit unserem Umkehrpunkt. Das Foto stammt von Ralf Gantzhorn, der unsere Wand kurz unterhalb des 2145 m Westgipfels fotografierte. Herzlichen Dank für dieses für uns so aufschlussreiche Foto.

Leider konnten wir die letzte Seillänge in unserer Wand nicht mehr klettern, weil die objektiven Gefahren zu groß erschienen. Das Raueis wurde in Gipfelnähe derart weich, dass wir belastbare Abseilstände nicht mehr anlegen konnten. Außerdem war das Eis dort oben extrem zerklüftet, so dass die Gefahr, unser Seil beim Abseilen nicht mehr abziehen zu können, unakzeptabel erschien.

In diesem Eis zu klettern und sichere Standplätze zu bauen, ist sehr zeitraubend und gefährlich. Besonders aber machte uns der Gedanke zu schaffen, was passiert, wenn wir aus der Falllinie klettern und sich beim Rückzug das Seil beim Abziehen irgendwo in diesem sehr zerklüfteten Eis verhakt.