Lichtspiele

Wenn ich unsere Tour bis heute Revue passieren lasse, dann gibt es für mich eigentlich nur eine Einschätzung. Nämlich dass wir außergewöhnliches Glück hatten. Zum einen mit dem Licht und vor allem wegen des vielen Schnees. Eine tiefverschneite Berglandschaft sieht nun mal wesentlich schöner bzw. fotogener aus. Beurteilen kann das natürlich nur jemand, der, so wie ich, schon zwei Dutzend Mal hier gewesen ist. Und besonders augenscheinlich war das gerade an den drei letzten Tagen.

Der etwa 700 m hohe Khumbu-Eisfall ist sicher einer der beeindruckendsten und mächtigsten auf unserem Globus.

Der etwa 700 m hohe Khumbu-Eisfall ist sicher einer der beeindruckendsten und mächtigsten auf unserem Globus.

Wir sind auf gut gespurten Wegen hinauf nach Gorak Shep (5200 m) gewandert. Die meisten Trekker, die in die Khumbu Region an den Fuß des Everest kommen, wollen vor allem hier her. Dem höchsten Berg der Welt möglichst nahe sein. Das Basislager besuchen. An einem Ort stehen, an dem alpine Geschichte geschrieben wurde. Den berühmten Khumbu-Eisfall sehen.

Dass es deshalb hier im Khumbutal viel mehr Begängnis als im benachbarten Imjatal gibt, hatte die angenehme Folge, dass die schwierigen Verhältnisse entschärft waren. Die Wege, insbesondere ins Everest-Basislager und auf den Kalar Pattar ließen sich sogar auf den im hohen Schnee gespurten Pfaden besser gehen, als ohne Schnee.

Alle haben den Aufstieg auf den 5660 m hohen Kalar Pattar geschafft. Heinz hat seinen Höhenrekord noch einmal um fast 300 m nach oben verschoben. Und die Anstrengungen haben sich mehr als gelohnt, denn die Luft war glasklar und das Abendlicht am Everest absolut perfekt.

Alle haben den Aufstieg auf den 5660 m hohen Kalar Pattar geschafft. Heinz hat seinen Höhenrekord noch einmal um fast 300 m nach oben verschoben. Und die Anstrengungen haben sich mehr als gelohnt, denn die Luft war glasklar und das Abendlicht am Everest absolut perfekt.

Geradezu im Handumdrehen haben wir hier oben unsere Ziele erreicht. Keiner von uns hatte auch nur die geringsten Probleme mit der Höhe, mal von unruhigen Nächten abgesehen. Schlafen in Höhen um die 5000 m kann mitunter schwierig sein. Aber das gehört einfach dazu, wenn nicht mit Medikamenten nachgeholfen wird.

Nun haben wir, weil wir das Gokyotal wegen des großen Schnees und der daraus resultierenden Lawinengefahr nicht machen konnten, noch ein paar Tage Zeit. Nicht wirklich genug, um doch noch nach Gokyo zu laufen. Wir haben ja einen zusätzlichen Tag in Namche gewartet und einen Tag länger als geplant in Chukhung verbracht.

Abendlicht ist eher selten in dieser Jahreszeit. Ganz besonders selten ist glasklare Luft völlig ohne Dunst. Beides zusammen auf dem Kalar Pattar im Angesicht des Everest ist so eine Art Lottogewinn.

Abendlicht ist eher selten in dieser Jahreszeit. Ganz besonders selten ist glasklare Luft völlig ohne Dunst. Beides zusammen auf dem Kalar Pattar im Angesicht des Everest ist so eine Art Lottogewinn.

Was also wollen wir? Zum Schluss noch einmal ambitioniertes Trekking? Tagesetappen zusammenfassen, um auch dass letzte Khumbutal zu sehen? Oder entspannt in kurzen Etappen nach Namche zurück schlendern? Es haben sich dazu unterschiedliche Meinungen in der Gruppe gebildet.

Außerdem gibt es Anlass zur Besorgnis wegen des Wetters. Heute sah es nach Wetterumschwung aus. Deshalb habe ich mit dem Satellitentelefon in Deutschland angerufen und diesbezüglich um Hilfe gebeten. Noch heute Nacht bekomme ich eine detaillierte Prognose gesendet. Wie es bei uns auf dem letzten Abschnitt unserer Reise weitergehen wird, ist also noch völlig offen. Zuerst müssen wir gemeinsam einen Kompromiss finden.

8 Antworten

  1. Vera sagt:

    Hallo Wolfgang und Abenteurer gratuliere allen. Und vielen dank für die tollen bilder

  2. Mayk Zieschang sagt:

    Hallo Olaf! Es ist einfach zu schön, Euch in Gedanken zu begleiten. Schön, dass Ihr es ins Basecamp geschafft habt. Tolle Bilder, sie kommen mir irgendwie bekannt vor. Weiterhin alles Gute! Mayk aus Plaue

  3. Veronica sagt:

    Wenn man diese kleinen Menschen unten am Bildrand sieht, kann man erahnen, wie riesig der Khumbu-Eisfall ist!
    Toll Bilder – wie immer!!
    Herzliche Grüße nach Nepal!
    Veronica

  4. Fettt sagt:

    Das sind ja geniale Aussichten! Freuen uns für Dich Onkel Henry und wünschen allen noch mehr sonnige Tage und Aussichten zum Geniessen!

    Liebe Grüße aus Oz…

  5. Dirk Juling sagt:

    leider hatten wir vor einem Jahr nicht dieses Blick-Glück vom Kalar Pattar, Euch allen meine Hochachtung!!!
    Wetter.com sagt erst am Sonntag Schneefall voraus, ist also noch etwas Zeit für den Abstieg.
    Ist schon doof, wie schnell so ein Abenteuer auch wieder zu Ende geht, genießt die letzten Tage, in Old Germany ist es recht kühl und noch nicht so frühlingshaft wie vor einem Jahr. Ich drück Euch die Daumen für einen Abenteuerflug zurück von Lukla………

  6. Evelin sagt:

    Hallo Olaf, möchte Dir heute unbedingt mal für die tollen Fotos und Berichte danken.
    Lieber Günther, es ist schon Wahnsinn was Du
    ( Ihr Alle ) geschafft habt, wir freuen uns für Dich, genieße die Zeit, wir denken alle an Dich. Ganz liebe Grüße aus Leipzig Deine Evelin

  7. Heinz sagt:

    Hallo Ihr Abenteurer
    wir verfolgen mit viel Interesse und Spass
    eure Tour und Hut ab
    vor allem interessiert uns Günther aus Leipzig
    aber an alle noch viel Spass
    liebe Grüsse von Heinz und Frieda aus Upost

  8. Matthias u Martina sagt:

    Lieber Günther, liebe Bergfreunde,
    auch wir sind begeistert über Euren Mut und
    Eure Leistungen, besonders, wenn wir im Warmen sitzen, lassen sich die Bilder besonders gut anschauen! Wir zollen Euch allen unseren Respekt und wünschen Euch weiterhin viel Glück und kommt gesund wieder !!Wir freuen uns auch auf Günther!
    Herzliche Grüße aus Sachsen – Leipzig!!!

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