Patagonien Expedition

Unser erstes Camp auf dem Plateau des Inlandeises. Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: In 90 Prozent auf dem Eis sahen wir nichts!

Erstes Expeditionsziel erreicht, zweites knapp verfehlt!

Die Überquerung der viertgrößten Eisfläche der Erde, des südlichen patagonischen Inlandeises vom Jorge Montt-Gletscher bis zum Paso del Viento im Süden des Fitz Roy liegt hinter uns. Es war eine der schönsten aber auch anstrengendsten Touren, die ich je unternommen habe. Vor allem der Aufstieg auf das 1500 Meter hoch gelegene Plateau des Hielo Continentale sur hat uns alles abverlangt. Trotz teilweise extremer Bedingungen mit schlechter Sicht, enormen Neuschneemengen und dem unvermeidlichen Starkwind aus Nordwesten haben wir die Strecke in weniger als drei Wochen absolviert. Vor allem die professionelle Vorbereitung, die gute Ausrüstung und ein perfekt eingestellter, kompromissloser Partner haben zu diesem schönen Erfolg beigetragen.

Unser erstes Camp auf dem Plateau des Inlandeises. Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: In 90 Prozent auf dem Eis sahen wir nichts!

Unser erstes Camp auf dem Plateau des Inlandeises. Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht: In 90 Prozent unseres Aufenthaltes auf dem Eis sahen wir nichts!

Inzwischen sind wir auch vom Fitz Roy gesund und munter aber leider ohne Gipfelerfolg zurückgekehrt. Bei unserem dritten Versuch konnten wir 18 der insgesamt 21 Seillängen der Franco-Argentina-Route klettern. Extrem starkes Tauwetter hatte die Route teilweise unter Wasser gesetzt. Wir wurden bis auf die Haut durchnässt. Nachdem die Sonne aus der Route verschwand, gefroren nicht nur die Seile. Unsere nassen Kletterschuhe konnten wir nicht mehr gebrauchen. Dadurch wurden wir zu langsam. Um kein Stehbiwak in der Wand zu riskieren, auf das wir nicht vorbereitet waren, mussten wir uns schweren Herzens zur Umkehr entschließen. Ein kleiner Trost war die blitzschnelle und erfolgreiche Besteigung eines Nachbargipfels des Fitz Roy, der Guillaumet. In den news von 2009 und 2010 sind beide Unternehmen ausführlich und reichlich bebildert dokumentiert!

fitzmorgens

Der Cerro Fitz Roy (rechts) von Osten im ersten Licht des Morgens.