High Tech am Berg


Kommunikation am Berg

Schon die großen Expeditionen der zwanziger und dreißiger Jahre waren sehr daran interessiert, Kontakt zur Heimat zu halten, um möglichst aktuell über den Expeditionsverlauf berichten zu können. Aber auch für die Sicherheit der Expedition insbesondere bei unvorhergesehenen Komplikationen, Unfällen und Krankheiten ist eine verläßliche Kommunikation wünschenswert.

Früher Postläufer

Zunächst wurden Postläufer engagiert die die Expeditionsnachrichten zum nächsten Telegrafenamt brachten. Doch das konnte auch schon mal 500 km und damit 14 Marschtage entfernt sein. Aktualität war nur sehr gegrenzt möglich.
Als später die ersten transportablen Kurzwellensender gebaut wurden, rüsteten sich einige Expeditionen damit aus. Dies waren zwar endlos schwere und klobige Geräte, aber gegenüber dem Postläufer war das schon eine deutliche Verbesserung. Doch zu deren Bedienung mußte stets ein ausgebildeter Funker mitgenommen werden. Nur sehr große Expeditionen mit vielen Trägern konnten sich diesen Luxus leisten.
Im Laufe der Jahre wurden die Funkgeräte zwar kleiner, ihr recht komplizierter Einsatz verhinderte aber eine intensivere Nutzung bei Expeditionen.

Heute Satellitentelephone

TT-3060A Satellitengestützte Kommunikationstechnik existiert zwar nun schon seit geraumer Zeit, war aber zunächst aufgrund der Größe der benötigten Antennen und des hohen Strombedarfs nur für stationären Einsatz oder auf Schiffen und nicht für Expeditionen geeignet. Inzwischen steht mit dem Satellitensystem Inmarsat und den Kommunikationsdienst Inmarsat Mini-M jedoch eine Technik zur Verfügung, die es erlaubt die komplexe Elektronik eines solchen Systems in ein Gerät einzubauen, daß einschließlich Antenne und Akku nur 2 kg auf die Waage bringt.

link zu TELCOM Wir setzen am Berg das Gerät TT-3060A des dänischen Herstellers Thrane & Thrane ein, daß wir von der Hamburger Firma TELCOM electronics trade GmbH erhalten haben. Die TELCOM GmbH bietet einen internationalen Vertrieb als auch Service für Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen der Kommunikations-, Navigations- und Sicherheitstechnik. Sie stellt mit ihrer jahrelangen Erfahrung auf dem Gebiet der Satellitenkommunikation für uns einen erstklassigen Partner dar. TELCOM hat uns nicht nur bei der Auswahl des Gerätes und des notwendigen Zubehörs professionell beraten, sondern erledigt als Inmarsat Service Provider auch Anmeldung sowie Gesprächsabrechnung.

Eingesetzte Technik

technik Das Gerät TT-3060A erlaubt die Übertragung von Sprache, Faxnachrichten und Daten. Letzteres ist für uns besonders wichtig, denn neben Nachrichten wollen wir auch digitale Bilder von unserer Expedition übertragen, E-Mails absenden und natürlich auch empfangen. Dazu wird die Expedition noch eine eigene Emailadresse einrichten. Genaueres wird noch rechtzeitig bekanntgegeben.
Neben dem Telefon wird somit auch noch ein Computer, zweckmäßigerweise ein Laptop, eine Digitalkamera und natürlich auch eine Stromquelle für alle Geräte benötigt. Diesen werden wir mit 2 parallel geschalteten Sätzen Solarzellen erzeugen und in einem Bleiakku zwischenspeichern.
Weiterhin werden wir einen Wechselrichter einsetzen, der uns aus den gespeicherten 12V eine Wechselspannung von 220 V mit max. 150 Watt erzeugen läßt. Damit können dann quasi alle benötigten 220V-Geräte mit Solarstrom betrieben werden und wir können uns die Mitnahme eines benzinbetriebenen Generators sparen. Das ist nicht nur ökologischer sondern auch viel ruhiger.

Technische Herausforderung

So wird solch eine Expedition auch ganz schnell zu einer technischen Herausforderung. Die extreme Kälte und die große Höhe stellen nicht nur an menschliche Körper sondern auch an technische Geräte enorme Anforderungen. Für das Satellitentelefon selbst sind diese Umweltbedingungen kein Problem. Es wurde extra gebaut, um den widrigsten Umständen zu trotzen.
Schwierigkeiten bereiten uns eher Laptop, Digitalkamera und Solarladeregler. Gewöhnliche elektronische Geräte funktionieren meist zur zwischen 0 und 40C. Viele Geräte sind nur für Höhen bis zu 3000 m spezifiziert. Doch damit ist an unserem Berg nicht viel zu holen. Schon das Basislager liegt über 5000 m hoch und gelegentlich herrschen dort auch im Sommer Temperaturen von unter -10C. Weiter ober können daraus schnell -25C werden.